Eiskalte Herausforderung

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Waldeck-Frankenberg. Eine Spendenaktion erregt weltweit Aufmerksamkeit

Waldeck-Frankenberg. Endlich hat dieser Sommer seinen Hingucker: "ICE Bucket Challenge" ist der  Renner, ein großer Hype, speziell bei Facebook. Bei der "Eis-Eimer Herausforderung" fordern sich die Beteiligten per Videoclip auf, Geld zu spenden oder sich alternativ mit eiskaltem Wasser zu übergießen. Als Beleg wird dann ein meist wackeliges Handyvideo gepostet, und drei weitere werden herausgefordert, das gleiche zu tun oder zu spenden.

Die meisten machen beides, haben dafür 24 Stunden Zeit und  "nominieren" weitere drei Personen und so weiter. Begonnen hat das Ganze im Juni in einer US-Fernseh-Show mit durchaus ernstem Hintergrund: Anlass war die Spendensammlung für die ALS Association.  ALS  ( Amyotrophe Lateral-Sklerose) ist eine degenerative Nervenkrankheit, bei der sich unaufhaltsam Zellen abbauen, die für Muskeln und Bewegungen zuständig sind. Die Folge sind Muskelschwund und Lähmungen. Die Krankheit ist weitgehend unerforscht, ihre Ursachen unbekannt. Das gesammelte Geld soll zur Forschung verwendet werden.

Die Aktion hat sich in den USA über soziale Netzwerke schnell verbreitet. Seit kurzen ist sie auch in Deutschland angekommen, hat rasend Fahrt aufgenommen, auch in Waldeck-Frankenberg. Sportler, Schauspieler, Politiker und Musiker haben damit angefangen, es wird gegossen und gespendet, was das Zeug hält.Der Erfolg in den USA ist beeindruckend, Prominente von Bill Gates bis George W. Bush haben sich mit Eiswasser übergossen und großzügig gespendet. Bisher wurden über 90 Millionen Dollar eingespielt. Auch deutsche Organisationen erhalten mittlerweile immer mehr Spenden, Mario Götze und Marco Reus haben es großzügig vorgemacht. Für die meisten ist es eine Spaßaktion für einen guten Zweck.

Aber es gibt natürlich auch Kritik. Viele wollen sich nicht von anderen vorschreiben lassen, wann sie was wohin zu spenden oder sich über den Kopf zu schütten haben, anderen ist es zu kalt und wieder anderen einfach zu blöd, manche beklagen die Wasserverschwendung.

Die bundesweite Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" bittet alle Eiswassernominierten, nicht an die ALS Association zu spenden, weil damit "grausame und sinnlose Tierversuche" finanziert würden. Damit haben sich die Ziele der Spenden erheblich erweitert, und viele andere soziale Einrichtungen profitieren davon.

Das sieht auch Leontien Kreijkes (21), Studentin aus Korbach so. Sie ist von ihrer Schwester nominiert worden, hat sich im Bad mit Wasser übergossen, den Raum damit ziemlich geflutet und das Beweisvideo bei Facebook hochgeladen. "Ich will zeigen, dass ich den Mut dafür habe", erzählt sie uns. "Ich spende wegen der Tierversuche aber nicht an die ALS Foundation, sondern an das Korbacher Tierheim."

Manuel Rudolph (16), Schüler, aus Korbach ist von seinem Schwager nominiert worden und ruft in seinem Video zum Spenden für die ALS Forschung auf, mit dem entsprechenden Link. Er hat gleich drei neue Kandidaten nominiert und ist gespannt, ob die darauf eingehen.

Björn Becker (30) aus Diemelsee ist auch über Facebook nominiert worden. "Ich möchte mich nicht mit einem Video in der Öffentlichkeit darstellen, und das mit dem Wasser ist langsam langweilig, deshalb habe ich auf beides verzichtet", sagt er. Er findet es gut, dass ALS mit der Aktion  ins Bewusstsein der Menschen geraten ist und mittlerweile auch für andere Organisationen gespendet wird. " Die ALS Foundation hat jetzt genug bekommen, ich unterstütze das Kinderhilfswerk ORA und habe drei weitere Kandidaten nominiert."

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