Eltern bleiben Eltern

Es ist immer wieder zu beobachten, dass getrennt lebende Eltern in völliger Verkennung der Rechtslage minderjährige Kinder als ihren Besitz betracht

Es ist immer wieder zu beobachten, dass getrennt lebende Eltern in völliger Verkennung der Rechtslage minderjährige Kinder als ihren Besitz betrachten. Auch zeigt sich immer wieder die Unkenntnis über die wirkliche Bedeutung der Begriffe Sorgerecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht und Umgangsrecht.Sorgerecht ist das Recht und die Pflicht der Eltern, für das Wohl ihres Kindes und sein Vermögen zu sorgen und es gesetzlich zu vertreten. Das Gesetz sieht als Regelfall die Beibehaltung des gemeinsamen Sorgerechts auch nach einer Trennung oder Scheidung der Eltern vor. Tatsächlich ist es auch so, dass es in über 80 % aller Trennungsfälle dauerhaft beim gemeinsamen Sorgerecht bleibt. Da im Bereich des Sorgerechts die Zuerkennung des Alleinsorgerechts eher die Ausnahme bildet, spielen sich die intensivsten Streitigkeiten eher im Bereich des Aufenthaltsbestimmungsrechts und des Umgangsrechts ab.Das Aufenthaltsbestimmungsrecht regelt die Berechtigung zur Bestimmung des gewöhnlichen Aufenthalts des Kindes. Derjenige Elternteil, bei dem das Kind aufgrund Vereinbarung oder gerichtlicher Entscheidung seinen Lebensmittelpunkt hat, ist berechtigt, alle Angelegenheiten des täglichen Lebens alleine zu entscheiden. Das Mitsorgerecht des anderen Elternteils beschränkt sich auf die Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung sind (Schulwechsel, Berufswahl, schwere medizinische Eingriffe und Ähnliches).Grundsätzlich steht das Recht zur Aufenthaltsbestimmung, wie beim Sorgerecht selbst, beiden Elternteilen gemeinsam zu. Können die Eltern sich über den Aufenthalt des Kindes oder die Veränderung des Aufenthaltsorts nicht einigen, bedarf es einer familienrechtlichen Entscheidung.Unabhängig von der Inhaberschaft des Sorgerechts oder des Aufenthaltsbestimmungsrechts ist die Frage des Umgangsrechts des nicht betreuenden Elternteils.Nach § 1626 Abs. 3 BGB geht der Gesetzgeber davon aus, dass das Kind zu seiner ungestörten Entwicklung des regelmäßigen Umgangs mit beiden Elternteilen bedarf. Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil, jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt (§ 1684 Abs. 1 BGB). Können sich die Eltern über diesen Punkt nicht einigen, erlässt das Familiengericht auf Antrag nach Anhörung des Jugendamtes, beider Elternteile und – insoweit bereits möglich – des Kindes einen Beschluss über die konkrete Ausgestaltung des Umgangsrechts. Entscheidend sind hierbei die Umstände des Einzelfalls. Maßstab für die konkrete Umgangsregelung ist das Kindeswohl. So kommt es auch nur ganz selten vor, dass einem Elternteil zeitlich befristet oder auf Dauer das Recht auf Umgang mit dem Kind gänzlich versagt wird.

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