Energie wird verschenkt

Waldeck-Frankenberg. uerst kontrovers diskutiert wird mittlerweile der Ausbau der Windenergie in unserer Region, die Anlagen schie

Waldeck-Frankenberg. uerst kontrovers diskutiert wird mittlerweile der Ausbau der Windenergie in unserer Region, die Anlagen schieen wie Pilze aus dem Boden, und es hagelt lautstarke Proteste der Anlieger. Sorgen vor der Gefhrdung von Vgeln, durch Lrmbelstigung oder Schattenwurf sowie der Verschandelung der Landschaft gehen um.

Nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) besteht Abnahmepflicht fr Strom aus entsprechenden Anlagen durch die Netzbetreiber fr teilweise ein Mehrfaches als dem normalen Strompreis. Die Gesamtkosten werden dann auf alle Kunden umgelegt.

Deutschland ist im Bereich der regenerativen Stromerzeugung weltweit fhrend. Mit zirka 6 Euro wird jeder bundesdeutsche Haushalt durchschnittlich pro Monat fr erneuerbare Energien, zum Beispiel fr den Bau von Windrdern, Fotovoltaik- oder Biogasanlagen zur Kasse gebeten. Trotzdem wird diese Energie teilweise ins Ausland verschenkt. Fr die Verbraucher wenig nachvollziehbar. Vor allem bei sehr starkem Windaufkommen fllt mehr Strom an, als bentigt wird, er ist sozusagen brig und wird dann an der Leipziger Strombrse (EEX) meistbietend versteigert.

An windigen Tagen ist es keine Seltenheit, dass der Preis dafr ins Minus fllt. Kraftwerke werden nicht so einfach abgeschaltet, Windkraftanlagen schon eher. Nach Berechnungen des Fraunhofer Instituts Kassel knnte der gesamte Strombedarf ab 2050 mit Solar- und Windenergie gedeckt werden. Ungefhr 16 Prozent des Stroms wird derzeit schon mit regenerativen Energien erzeugt (EWF: 26 Prozent).

Die Energieunternehmen setzen indes auf einen Mix aus verschiedenen Ressourcen, um eine gleichbleibende Versorgung rund um die Uhr und bei jedem Wetter sicherzustellen. An windstillen oder trben Tagen msse noch zustzlich mit fossilen Energietrgern nachgelegt werden, behaupten die Energieversorger.

Mit der herkmmlichen Technik ist es nicht mglich, berflssige Wind- und Solarenergie aus Spitzenzeiten zu speichern. Pumpspeicherkraftwerke wie das am Edersee knnen Energie zwischenspeichern, indem sie bei Energieberschuss Wasser in die Speicherbecken auf dem Berg pumpen, das dann bei Bedarf abgelassen wird und wieder (zumindest kurzfristig) Energie erzeugt.

Eine Firma in Brandenburg arbeitet bereits daran, das Auf und Ab des Windes vorteilhaft zu nutzen. So wird mit berkapazitten Wasserstoff erzeugt, der gespeichert und als Treibstoff fr Autos verkauft wird.An Tagen mit wenig Wind kann der Wasserstoff mit Biogas gemischt zur Energieversorgung genutzt werden. Auch gibt es mittlerweile ein Projekt, das Strom aus erneuerbaren Energien nutzt, um aus CO2 Methangas herzustellen: Energie auf Halde, eine Revolution auf dem Energiemarkt. Werden diese Technologien weiter gefrdert und ausgebaut, muss berflssiger Windstrom nicht billig an der Brse verhkert werden, und manches Kohle- oder Kernkraftwerk wrde berflssig. Nach Aussagen des Fraunhofer Instituts in Kassel wird der Ausbau erneuerbarer Energien von den Konzernen nur halbherzig betrieben. Konventionelle Energien werden weiter ausgebaut, und die vier groen Energieriesen haben es laut Sachverstndigenrat fr Umwelt immer wieder geschafft, ihre Interessen auch politisch umzusetzen.

Der Eder-Diemel Tipp hat bei Dr. Michael Sterner nachgefragt. Er ist Leiter der Gruppe Energiewirtschaft und Systemanalyse am Fraunhofer Institut in Kassel und davon berzeugt, dass die Zukunft den regenerativen Energien gehrt, um die Umwelt nachhaltig vor schdlichen Emissionen zu bewahren.

Er sieht die mangelnde Flexibilitt von Kraftwerken und Energiemrkten als Ursache fr die negativen Strompreise. Die ntige Flexibilitt wre durch Gaskraftwerke erreichbar, die in kurzer Zeit zu- und abgeschaltet werden knnen, aber nicht mit fossilem Erdgas betrieben werden, sondern eben mit durch regenerative Energien hergestelltem Methangas. Die entsprechende Logistik und Netz-Infrastruktur ist bereits vorhanden.

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