Engpässe bei der Deutschen Bahn bringen die Kurhessenbahn in Vertragsnot

+
Wann die Modernisierung der Züge im Nordwesthessennetz gänzlich erfolgen kann, ist unklar.

Die vorgesehene Modernisierung bei den Zügen der Kurhessenbahn wird es nicht, wie versprochen, zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 geben. Das teilt der Nordhessischer VerkehrsVerbund (NVV) mit.

Korbach/Frankenberg. Modernere Züge im Nordwesthessennetz wird es vorerst nicht geben. Engpässe im Instandsetzungswerk der Deutschen Bahn in Kassel führen dazu, dass die Kurhessenbahn frühestens im Laufe des nächsten Jahres mit den angekündigten überholten Niederflurfahrzeuge fahren kann.

Die vorgesehene Modernisierung der 14 Siemens Desiro wird nicht zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 abgeschlossen sein. Ein genauer Fertigstellungstermin steht noch nicht fest. Das neue Fahrplanangebot ab 10. Dezember sei aber nicht beeinträchtigt, so die Bahn.

Laut Verkehrsvertrag ist die Kurhessenbahn eigentlich verpflichtet, innerhalb der geplanten Flotte eine neue Fahrzeuggeneration mit Klimaanlage und höhengleichen Ein- und Ausstieg einzuführen. Jetzt muss sie aber das Nordwesthessennetz mit zum Teil anderen Fahrzeugen als ursprünglich geplant ausstatten. Zurzeit bemüht sich die Kurhessenbahn mit Unterstützung des NVV, RMV und NWL darum, Ersatz in der ganzen Republik zu beschaffen. Dabei handelt es sich um Niederflurfahrzeuge, die ähnliche Ausstattungsmerkmale haben und ausgeliehen werden können. Sichtbar wird das für die NVV-Fahrgäste möglicherweise, wenn Züge in einer ganz anderen Farbgebung in die Bahnhöfe einrollen.

Für Wolfgang Rausch, NVV-Geschäftsführer, steht in der jetzigen Situation besonders die Fahrzeugqualität und das Angebot im Fokus: „Gemeinsam versuchen wir alles, um pünktlich zum Fahrplanwechsel eine ausreichende Anzahl von Fahrzeugen zu bekommen, die einen höhengleichen Ein- und Ausstieg bieten. Das haben wir unseren Fahrgästen versprochen und wollen wir auch einhalten. Eventuell müssen wir damit rechnen, dass eine Zeitlang von den 27 Fahrzeugen maximal vier Fahrzeuge diese Vorgaben nicht erfüllen, aber der Fahrplan kann so gefahren werden, wie angekündigt. Dazu gehört auch, dass zwischen Korbach und Frankenberg zukünftig am Nachmittag jede Stunde ein Zug unterwegs ist.“

„Es ist zweifellos ärgerlich, dass die moderne Fahrzeugflotte nicht vom ersten Tag an komplett wie mit der Kurhessenbahn vereinbart im Einsatz ist“, meint Prof. Knut Ringat, RMV-Geschäftsführer. „Mindestens so wichtig ist aber, dass die geplanten Fahrplanausweitungen realisiert werden. Ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember bieten wir auch samstags stündliche Züge von Marburg Richtung Bad Laasphe und sonntags nach Frankenberg. Dies ist eine bundesweit betrachtet nicht selbstverständliche Stärkung der Region“, so Prof. Ringat abschließend.

Mit dem Fahrplanwechsel erweitert der NVV sein Angebot im Nordwesten Hessens, dazu gehören u.a. zusätzliche Züge an den Wochenenden und abends sowie ein stündliches Fahrtenangebot  am Nachmittag zwischen Brilon Stadt und Frankenberg (bisher nur 2-Stundentakt). An Sonn- und Feiertagen existieren bereits ab 9.29 Uhr stündliche Verbindungen von Marburg ins Upland.

Beim Nordwesthessennetz handelt es sich um die Linien RB4 Kassel-Korbach, RB 42 Marburg-Frankenberg-Korbach-Willingen-Brilon (Wald) - Brilon Stadt, RB 94  Marburg - Bad Laasphe - Erndtebrück und die RB39/RB38 Kassel - Wabern - Bad Wildungen / Treysa. Weitere Partner und Aufgabenträger in dem Verkehrsnetz sind daher der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL).

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

In letzter Sekunde: Das Kreiskrankenhaus in Frankenberg verliert den geplanten Vitos Psychiatrie-Neubau

Einen Psychiatrie-Neubau am Kreiskrankenhaus Frankenberg wird es nicht mehr geben. Vitos schafft neue Angebote in Bad Wildungen und Haina.
In letzter Sekunde: Das Kreiskrankenhaus in Frankenberg verliert den geplanten Vitos Psychiatrie-Neubau

Gesundheitszentren im Frankenberger Land werden vom Regierungspräsidium Kassel gefördert

Mit 100.000 Euro fördert das Regierungspräsidium die Gesundheitszentren im Frankenberger Land.
Gesundheitszentren im Frankenberger Land werden vom Regierungspräsidium Kassel gefördert

Dauerhitze 2018 hat die Kreisstraßen angegriffen: Das Ausmaß ist noch unklar

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg geht wegen der vielen heißen Monate in 2018 von höheren Schadenslagen als sonst aus, kann aber nur begrenzt mehr Geld für die …
Dauerhitze 2018 hat die Kreisstraßen angegriffen: Das Ausmaß ist noch unklar

Bewaffnete Räuber tauchen vor Sparkassenfiliale in Diemelstadt auf

Mit schwarzen Sturmhauben maskiert und schwarzer Pistole bewaffnet haben zwei Männer einem Geschäftsmann in Diemelstadt-Rhoden aufgelauert.
Bewaffnete Räuber tauchen vor Sparkassenfiliale in Diemelstadt auf

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.