Entspannung am Wohnungsmarkt nur gemeinsam erreichbar

Der milde Winter ermöglichte es dem Bauhandwerk durchzuarbeiten. Neueinstellungen gab es aber kaum.	Foto: Archiv
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Der milde Winter ermöglichte es dem Bauhandwerk durchzuarbeiten. Neueinstellungen gab es aber kaum. Foto: Archiv

Wohnungsbauministerin Hinz appelliert beim Jahresauftakt der Hessisch-Thüringischen Bauwirtschaft an die private Wohnungswirtschaft

Hessen. "Der Wohnungsmarkt in Teilen Hessens ist sehr angespannt. Dieser Mangel an bezahlbaren Wohnraum im südhessischen Ballungsraum und den Hochschulstandorten bedarf einer gemeinsamen Kraftanstrengung", sagte Wohnungsbauministerin Priska Hinz.  Bei der Auftaktveranstaltung der Hessisch-Thüringischen Bauwirtschaft sprach die Ministerin über Wohnen, Bauen und Leben in Hessen. Sie ging dabei insbesondere auf die Entwicklungen und Herausforderungen des sozialen Wohnungsbaus ein.

"Das Land Hessen hat die Dringlichkeit der Aufgabe erkannt und daher die Fördermittel bis 2019 um eine Milliarde Euro erhöht. Jetzt liegt es an den Bauträgern, diese Mittel abzurufen und neuen Wohnraum zu schaffen. Das gilt für öffentliche und private Träger gleichermaßen", betonte Hinz. Flankiert wird die Aufstockung der Mittel durch eine Verbesserung der bisher geltenden Förderkonditionen. So wurden bereits im vergangenen Jahr die Zinsen der Förderdarlehen um ein Drittel gesenkt. Zusätzlich wird die Darlehensförderung sowohl im Wohnungsbau als auch in der Modernisierung von Wohnungen zukünftig um einen Zuschuss ergänzt. Hierdurch werden die Förderdarlehen auch in Zeiten geringer Zinsniveaus wettbewerbsfähiger und für Investoren attraktiver. "Mit diesem Schritt kommen wir auch den Bedürfnissen von Unternehmen entgegen, die in den sozialen Wohnraum investieren wollen", so die Ministerin.

"Das Land Hessen stellt sich der Herausforderung und hat ein großes Paket geschnürt, um die Situation am Wohnungsmarkt zu entschärfen", betonte Hinz. "Zugleich appelliere ich an die private Wohnungswirtschaft, unsere Angebote anzunehmen und ihren Teil zur Entspannung beizutragen", sagte Ministerin Hinz. Neue Ideen und Wege zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen soll dabei unter anderem die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Allianz für Wohnen in Hessen liefern, in dem alle Beteiligten der Wohnungswirtschaft an einem Tisch sitzen.

"Grundsätzlich gilt: Ein ausgeglichener Wohnungsmarkt ist der beste Mieterschutz. Dies muss unser gemeinsames Ziel sein", so Hinz. Um schneller an das Ziel zu gelangen und die Zeit bis zur Fertigstellung neuer Wohnungen zu nutzen, schöpft das Land Hessen die bestehenden Möglichkeiten des gesetzlichen Mieterschutzes aus. So wurde die Kündigungssperrfrist in neun Gemeinden, in denen die gesetzlichen Voraussetzungen vorlagen, für den Mieter verlängert. Außerdem wurde in 16 Gemeinden eine Begrenzung der Mieterhöhungen bei neu abgeschlossenen Mietverträgen und für 29 hessische Gemeinden mit angespannten Wohnungsmärkten eine Kappungsgrenzenverordnung beschlossen. Außerdem wird zur Jahresmitte auch die Fehlbelegungsabgabe wieder eingeführt. Die Einnahmen daraus können Kommunen wieder in den Bau neuer Sozialwohnungen investieren.

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