Ohne Kreis sieht Klinik rot: Plötzlich droht schon wieder die Insolvenz beim Kreiskrankenhaus

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2014 übernahm der Klinikverbund Vitos die Geschäftsführung des Krankenhauses in Frankenberg.

Das Kreiskrankenhaus in Frankenberg steht ohne öffentliche Hilfen wieder vor der Insolvenz. Es fehlen die Einnahmen. Erst mit dem Wechsel in die Vitos-Gruppe 2018 soll sich das ändern. Bis dahin müssen zur Not Millionen Euro aus dem Landkreis weiterhelfen.

Frankenberg. In der Sitzung des Finanzausschusses des Kreistages in der vergangenen Woche überraschte die Geschäftsleitung des Kreiskrankenhauses Frankenberg mit der Information, dass die Klinik erneut vor der Zahlungsunfähigkeit stehe. Dringend benötigt: 1,5 Millionen Euro. Offenbar sind die Umsätze rückläufig und Weihnachtsgeldzahlungen stehen an. Bereits 2013 hatte die kommunale Klinik in Frankenberg kurz vor der Insolvenz gestanden und musste mit einer Finanzspritze des Landkreises am Leben gehalten werden.

Viele Abgeordnete beklagten seiner Zeit, nicht früher informiert worden zu sein, aber auch „Fehler im System“ und „Managementdefizite“. Alternativ wurden Verhandlungen mit dem Klinikbetreiber Vitos über eine Beteiligung oder eine Fusion der Klinikleitungen mit dem Stadtkrankenhaus Korbach erwogen. Eine Partnerschaft mit Korbach scheiterte. Heute noch wird die Verantwortung dafür von beiden Seiten hin- und hergeschoben. 2014 übernahm der Klinikverbund Vitos die Geschäftsführung des Krankenhauses.

Der Kreisausschuss hatte dann für die Kreistagssitzung in dieser Woche bereits eine Beschlussvorlage für einen Kredit vorbereitet, vorsorglich über 3 Millionen Euro aus dem Anlagevermögen des Kreises, um dem Krankenhaus wieder auf die Beine zu helfen. Die Finanzspritze für das Krankenhaus unterstützen alle Fraktionen, aber es gab heftige Kritik an der Vorgehensweise der Klinikleitung. Ihr wurden falsche Investitionen und mangelnde Information vorgeworfen. Im Prinzip wurde die gleiche Diskussion geführt wie vor vier Jahren, nur dass jetzt der vermeintliche Heilsbringer Vitos im Fokus der Kritik stand. „Uns fehlt das Vertrauen in die Geschäftsleitung…“ (Uwe Steuber, FWG) und er forderte ein neues Konzept und regelmäßige Informationen über die wirtschaftliche Situation an den Finanzausschuss. Für Ingo Hoppmann (Die Linke) ist klar, dass viele kommunale Krankenhäuser Zuschussbetriebe sind. Er forderte, die Konsolidierung der Klinik, aber nicht auf dem Rücken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Vielleicht sollte man über einen Plan B nachdenken.“ Der könnte schon mit der Kooperation im Bereich Geriatrie mit dem Krankenhaus Korbach beginnen, falls sie zu Stande kommt. Letztlich ist man nicht viel weiter als vor 4 Jahren, außer dass seitdem insgesamt 20 Millionen Euro investiert wurden.

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