Baubeginn nach 39 Jahren

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Der erste Spatenstich mit den Förderern des Bauprojektes.

Der erste Spatenstich für die Ortsumgehung Dorfitter ist gemacht.

Vöhl. Seit 1978 lief das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung Vöhl-Dorfitter. Erst stellten sich Naturschützer quer, dann haperte es an den Finanzen. Letzten Mittwoch erfolgte nun der erste Spatenstich. Der den Wahlkreis Waldeck im Bundestag vertretende Thomas Viesehon überreichte dem Bürgermeister der Gemeinde Vöhl, Matthias Stappert, den Zuwendungsbescheid. Viesehon ist Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur. Alle sind sich einig: Ohne Viesehon hätten die Bauarbeiten 2017 noch nicht begonnen.

Die Ortsumgehung Dorfitter wird 3,2 Kilometer lang und ist mit 18,5 Millionen Euro Gesamtkosten veranschlagt, die vom Bund getragen werden. Die Ausschreibungen erfolgen europaweit. Zwei Ausschreibungen sind inzwischen an die Firmen Beckbau aus Eschwege und Juricic aus Kassel vergeben. Zuerst werden sieben Brücken gebaut. Der eigentliche Straßenbau beginnt 2020. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant. Hessen Mobil ist für die Planung verantwortlich.

Der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung zum ersten Spatenstich: „Ein wichtiger Spatenstich, denn der Kreis hat viel zu bieten. Er ist einer von zwei Landkreisen in Hessen, die keinen Autobahnanschluss haben. Darum ist die B 252 besonders wichtig für die hiesige Industrie. Der hohe Schwerverkehrsanteil ist eine hohe Belastung. Seit 1978 wurde an dem Planfeststellungsverfahren gearbeitet. Bei Erdogan oder der Chinesischen KP wäre es schneller gegangen. Aber wir sollten stolz darauf sein, dass sich in unserer Staatsform jeder Bürger mit seinen Belangen an unabhängige Gerichte wenden kann.“

Burkhard Vieth, Präsident von Hessen Mobil: „Hessen Mobil hat dieses Projekt viele Jahre begleitet. Wer Straßen bauen will, braucht einen langen Atem.“ Stellvertretend für Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sprach der Ministerialdirigent für Straßeninvestitionspolitik, Erhaltung und Finanzierung im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Gerhard Rühmkorf: „Im Moment ist viel Geld da. 2016 hatten wir für Straßeninfrastrukturprojekte 6,5 Milliarden zur Verfügung. 2017 sind es 7,7 und nächstes Jahr weit über acht Milliarden Euro. So sind wir in der Lage, zeitnah zu finanzieren. Für dieses Jahr haben wir alle baureifen Projekte abgearbeitet. Von den 80 Projekten in diesem Jahr sind 10 in Hessen. Auf der Ortsumgehung Vöhl-Dorfitter werden neun Zehntel des jetzigen Verkehrs fahren. Ein solches Projekt lässt sich nur in gut abgestimmter Zusammenarbeit zwischen Projektverwaltung, Planer, Bauschaffenden und Bürgern verwirklichen. Als nächstes steht die Ortsumgehung Twiste auf der Agenda. Ich bedanke mich bei den Bürgern, die ihr Land für dieses Projekt zur Verfügung gestellt haben.“

Bürgermeister Matthias Stappert: „Bisher musste man sich in Dorfitter immer entscheiden, auf welcher Seite man lebt. Städtebaulich ergeben sich nun neue Perspektiven.“ Landrat Dr. Reinhard Kubat: „Ich war noch ein junger Abgeordneter im Vöhler Parlament. Umgehung Dorfitter war immer ein Thema. Ich freue mich, dass die Berndorfer und Twister auch anwesend sind und eine Umgehung auch für sich reklamieren. Die Gelder flossen früher meistens in die hessischen Ballungsgebiete. Aber auch wir haben einen Anspruch auf eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Dieses Jahr haben wir 40 Millionen in Glasfaserverlegung investiert.“

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