Es kracht gefährlicher: Weniger Unfälle aber mehr Tote und Schwerverletzte

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Im Jahr 2020 sind die Unfallzahlen im Landkreis deutlich gesunken. Das belegt die aktuelle Verkehrsunfallstatistik der Polizei für Waldeck-Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg. Im Jahr 2020 sind die Unfallzahlen im Landkreis deutlich gesunken. Das belegt die aktuelle Verkehrsunfallstatistik der Polizei für Waldeck-Frankenberg.

Während die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in den vergangenen Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau stagnierte, sank deren Zahl im vergangenen Jahr um 15,63 Prozent. 3.304 dieser Unfälle registrierte die Polizei, im Vorjahr waren es 3.916. Das ist eine direkte Folge der Coronabeschränkungen, so die Polizei. „Der Lockdown mit Kontaktbeschränkungen, Homeschooling, Homeoffice und Schließung von Infrastruktur, vor allem der touristischen Einrichtungen, und Ausfall von allen Veranstaltungen, Festen und Feierlichkeiten haben zu deutlich weniger Verkehr auf unserem Straßennetz geführt“, heißt es in der Statistik.

Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden verringert sich um 8,56 Prozent auf nunmehr 470 514 im Vorjahr). Bei Blick auf die mehr als 1.200 Straßenkilometer im Landkreis, auf denen nicht nur die hier zugelassenen rund 123.000 Fahrzeuge unterwegs sind, fällt auf, das sich weiterhin die meisten Unfälle 2.045/rund 64 Prozent) außerhalb geschlossener Ortschaften ereignen.

150 Prozent mehr Tote

2020 starben 15 Menschen im Landkreis durch Verkehrsunfälle. Das ist ein enormer Anstieg gegen über 6 Verkehrstoten in 2019. Verfolgt man die Statistik weiter zurück, ereigneten sich 2016 und 2017 ähnliche viele tödliche Unfälle, allerdings bei anderen Unfallzahlen. Auf außerörtlichen Straßen wurden 13 Menschen und auf innerörtlichen Straßen 2 Menschen getötet. 11 der verstorbenen Unfallopfer waren als Fahrer oder Beifahrer in einem PKW unterwegs, 3 mit einem motorisierten Zweirad über 125 cm³ und einer als Fußgänger.

Auch die Zahl der Schwerverletzten nahm zu. Insgesamt wurden 200 Menschen schwerverletzt, 9 mehr als im Vorjahr, obwohl sich 612 Verkehrsunfälle weniger ereigneten. „Die meisten Schwerverletzten werden mit 70 52 im Vorjahr) Personen auf Bundesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften gezählt. Es folgen Landesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften mit 55 60) und sonstige Straßen innerorts mit 30 40) Schwerverletzten. Die Zahl der Leichtverletzten hat sich um 17,89 Prozent auf 413 503) deutlich verringert“, meldet die Polizei dazu.

Tödliche Geschwindigkeit

Bei den meisten der folgenschweren Unfälle ist als Unfallursache „Geschwindigkeit“ vermerkt oder „Andere Fehler beim Fahrzeugführer“, wie Unachtsamkeit oder Ablenkung durch digitale Endgeräte festgestellt. Die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit oder die nicht angepasste Geschwindigkeit sei jedoch mit deutlichem Vorsprung Hauptursache bei den Unfällen mit Personenschäden. „Zusammengefasst scheint es, dass bei weniger Verkehrsaufkommen auf unseren Straßen schneller gefahren wurde. Dadurch waren die Unfallfolgen gravierender und konnten auch durch die immer besser werdenden Sicherheitssysteme nicht kompensiert werden“, so die Polizei.

Raser sitzen meist im PKW

PKW sind bei den meisten Verkehrsunfällen Waldeck-Frankenberg beteiligt. Das war bei 91,28 Prozent oder 3.015 der gemeldeten Unfälle in 2020 so im Vorjahr: 91,32 Prozent/3.576 Unfälle). „Bei der Zahl der Verunglückten sieht es ähnlich aus.

Unter den 628 verunglückten Menschen insgesamt spielte bei 387 Personen mindestens ein PKW eine Rolle. Das entspricht 61,62 Prozent der Gesamtverunglückten.

„Bei der Verkehrsbeteiligung „PKW“ wurden 11 Personen getötet, 104 schwer- und 272 Personen leichtverletzt. Die Altersgruppe 25 bis 64 Jahren ist an 2.274 dieser Unfälle beteiligt, den meisten. Die jüngeren Fahrer 18 bis 24 Jahre folgen statistisch mit 638 Unfällen in dieser Kategorie.

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