„Ey… du… ich habe Deine Mutter gefickt“-Karikatur sorgte in Kassel für Diskussionsstoff und Anzeige

Kassel. Für reichlich Diskussionsstoff sorgte in der vergangenen Woche eine Karikatur, die an der Außenfassade des Kasseler Kulturbahnhofs zu sehen

Kassel. Für reichlich Diskussionsstoff sorgte in der vergangenen Woche eine Karikatur, die an der Außenfassade des Kasseler Kulturbahnhofs zu sehen war. Darauf stand in einer Sprechblase: "Ey… du… ich habe Deine Mutter gefickt".

Abgebildet war Jesus am Kreuz, und die Sprechblase kam aus dem Himmel. Gezeichnet hat die Karikatur der mecklenburg-vorpommernsche Künstler Mario Lars. Im Rahmen der Ausstellung "Caricatura VI – Die Komische Kunst – analog, digital, international" sind derzeit Werke des 48-Jährigen in der Caricatura, der Galerie für komische Kunst, die im Kasseler Kultubahnhof ihr Domizil hat, ausgestellt.

Ein überzeugter Kasseler Christ hatte sich von dem umstrittenen Jesus-Plakat am Eingang der Kasseler Karikaturen-Ausstellung so beleidigt gefühlt, dass er sogar Anzeige gegen die Urheber – den Künstler Mario Lars und Martin Sonntag, den Geschäftsführer der Ausstellung – erstattet hat.

Mittlerweile wurde das Plakat entfernt.

"Die Diskussion um den Cartoon hat sich zunehmend in eine Richtung etwickelt, die so von mir nicht beabsichtigt war und die sich auch nicht mehr aktiv beeinflussen ließ", so Künstler Mario Lars. Die Caricatura-Galerie ist dem Wunsch des Künstlers nachgekommen und hat den Cartoon an der Außenfassade der Galerie abgenommen. Die Zeichnung ist weiterhin als Exponat in der Ausstellung zu sehen.

Caricatura-Geschäftsführer Martin Sonntag: "Die Aufregung um diesen Cartoon hat gezeigt, dass hier offensichtlich Gesprächsbedarf zum Thema Religion und Karikatur besteht. Überrascht uns als Ausstellungsmacher aber, dass unter dem Deckmantel des Christentums zunehmend auch islamophobe und völkische Argumente ins Feld geführt wurden." Hier scheine die Diskussion mit der Kirche dringend weitergeführt werden zu müssen. Dazu sei die Caricatura-Galerie gerne bereit.

Mario Lars: "Dass ein Witz falsch verstanden wird, kann schon mal passieren. Manchmal ist ja auch genau das der Witz. Wenn aber ein Witz, in diesem Fall über den Jugend-Slang, als Religionskritik, also grundsätzlich anders verstanden wird, ja selbst von Menschen denen er gefällt, ist das Ziel verfehlt." Wenn ein Jäger auf einen Hasen ziele und ein Reh erlege, dürfe er sich seines Schusses nicht rühmen.

Lars weiter: "Eine kontroverse Diskussion über die Sprache hätte ich mir gewünscht. Aber in diesem speziellen Fall nicht über Religion."

Die Ausstellung "Caricatura VI – Die Komische Kunst – analog, digital, international" zeigt noch bis zum 16. September in einer großen Überblicksschau neue Tendenzen und Meister der Komischen Kunst aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie aus Belgien, Großbritannien, Island und den Niederlanden.

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