Finanzwelt steht immer noch vom Kopf

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Martin Doerflinger

Waldeck-Frankenberg. Bei der letzten Sitzung des SPD Unterbezirksvorstands Waldeck-Frankenberg in Korbach hat Martin Dörflinger, Diplom-Kaufmann und

Waldeck-Frankenberg. Bei der letzten Sitzung des SPD Unterbezirksvorstands Waldeck-Frankenberg in Korbach hat Martin Dörflinger, Diplom-Kaufmann und Bereichsleiter Korbach bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg einen Vortrag zu "Die europäischen Finanzmärkte im Umbruch" gehalten. Wie die SPD mitteilt, war war eine Analyse der "widersprüchlichen Situation" in Deutschland der Ausgangspunkt.

"Die Wirtschaft boomt, noch nie waren so viele Beschäftigte in Lohn und Brot, lange hat der Bund nicht mehr so hohe Steuereinnahmen gehabt und selten war die Kaufbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger so hoch wie jetzt. Dennoch ist die Finanz- und Staatsschuldenkrise eine allgegenwärtige Drohung, die all das Erreichte binnen Kurzem wieder zunichtemachen könnte."

Aus dem Euro aussteigen, kommt für Dörflinger nicht in Frage, da Banken und Wirtschaft bei einem Scheitern der Eurozone nochmals einen Rettungsschirm in Billionenhöhe benötigten und niemand wisse, woher dieses Geld kommen solle. Eine Chance habe der Euro, wenn die EU zu einer umfassenden Fiskalunion ausgebaut werde.

"Wenn Europa als einheitlicher Währungsraum überleben soll, brauchen wir eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik, die bei Bedarf klare Sanktionen und Eingriffsrechte in die nationalen Haushalte vorsieht", so Dörflinger.

Die Ursache für die derzeitige Krise sieht der Finanzexperte immer noch im Zusammenbruch des durch unsichere Kredite aufgeblähten amerikanischen Immobilienmarktes.

Skandalös sei es, dass noch immer Teile der Finanzindustrie auf der Suche nach größtmöglichen Profiten und ohne Rücksicht auf gesamtwirtschaftliche Verluste in höchst riskanten Bereichen spekulierten. Viele Akteure hätten wohl vergessen, dass die Finanzmärkte keinen Selbstzweck darstellen, sondern ihre Aufgabe darin bestehe, die Realwirtschaft am Laufen und Unternehmen handlungsfähig zu halten. Bei den Sparkassen sei das Bankgeschäft in erster Linie das Geschäft mit Privatkunden, mittelständischen Firmenkunden und Kommunen. Nach diesem Vorbild müsse die Finanzwelt wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Vertrauen sei der Schlüssel zur Lösung auch der internationalen Staatschuldenkrise.

Martin Dörflinger schloss mit dem Fazit, "dass wir trotz aller Widrigkeiten schon heute Anlass haben, vorsichtig optimistisch in die Zukunft zu schauen, weil wir mit unserer Wirtschaft und unserem dezentral verfassten Bankensystem gut aufgestellt sind, so dass es für Untergangsstimmung keinen Anlass gibt".

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