SPD fordert alle Impfzentren zu öffnen: „Impfdosen werden nicht richtig verteilt“

Dr. Daniela Sommer.
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Dr. Daniela Sommer.

Die SPD fordert die Impfdosen gegen Corona in Hessen so zu verteilen, um alle Impfzentren gleichzeitig öffnen zu können.

Waldeck-Frankenberg. Die SPD fordert die Impfdosen gegen Corona in Hessen so zu verteilen, um alle Impfzentren gleichzeitig öffnen zu können.

Von Dienstag, 12. Januar 2021, an können Bürger ab 80 Jahren in Hessen um eine Corona-Impfung bemühen – zunächst allerdings nur in den sechs „Regionalen Impfzentren“ in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Die 22 weiteren Impfzentren in den Landkreisen sollen erst am 19. Januar, also in einer Woche, ihren Betrieb aufnehmen.

Dazu sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Daniela Sommer, nach einer Sondersitzung des sozialpolitischen Ausschusses: „Die 28 Impfzentren sind derzeit ohnehin schon mit der Logistik und mit dem Lager geöffnet, da die mobilen Impfteams dort ihren Impfstoff für das Impfen in Altenheimen holen. Nicht alle Impfstraßen in allen Impfzentren müssen derzeit gleichzeitig geöffnet werden, aber mit der Öffnung von einigen Impfstraßen in allen Impfzentren könnte dafür Sorge getragen werden, dass alle jetzt zu Impfenden einen schnellen und gleichen Zugang erhalten bis endlich genügend Impfstoff für alle Impfstraßen aller Zentren zur Verfügung stehen.“

Die Entscheidung der Landesregierung, zunächst nur sechs Impfzentren in großen Städten in Betrieb zu nehmen, sei realitätsfremd und falsch, meint Dr. Sommer: „Wenn ich alt und krank bin und beispielsweise in Waldeck-Frankenberg, im größten Flächenlandkreis in Hessen, in Eifa wohne, muss ich nach Kassel ins Impfzentrum. Abgesehen davon, dass der ÖPNV eine Fahrt nach Kassel nur schwerlich ermöglich, beträgt die reine Fahrtstrecke mit dem PKW bereits etwa 100km und eine Fahrtzeit von 1,5 Std. Das können wir nicht von Menschen, die nun als erstes geimpft werden sollen, abverlangen! Viele der Betroffenen werden nicht in der Lage sein, dies zu leisten und werden ein Impfzentrum nicht eigenständig aufsuchen können“, ist Dr. Sommer überzeugt.

„Die Bürger auf dem Land werden dabei zurückgesetzt. …) Eine Zumutung ist es in jedem Fall, zumal auch die übrigen 22 Impfzentren der Landkreise seit Wochen einsatzbereit sind – sie werden aber nach der so genannten ‚Impfstrategie‘ der Landesregierung erst später mit dem Impfstoff beliefert. Das ist weder epidemiologisch noch politisch nachvollziehbar.“

Dr. Sommer fordert: „Auch die Testungen müssen weiter vorangetrieben werden; gerade dort, wo sich Herde - wie zuletzt oftmals in Altenheimen geschehen - bilden können, ist dies ein wichtiges Element, um Infizierungen erkennen und unterbinden zu können. Von Beginn an hat die Landesregierung dieses Instrument vernachlässigt. Mehrmalige SPD-Anträge zu einer umfassenden Teststrategie hat die schwarzgrüne Koalition abgelehnt, das hat sich mehrfach gerächt, dabei sollten wir alle Bausteine über die Hygieneregeln, den Testungen bis hin zum Impfen nutzen, um die Gesundheit der Menschen zu schützen.“

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