FDP fordert: Eine GmbH soll die Krankenhäuser in Korbach und Frankenberg vereinen

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Die Fraktionsmitglieder Jochen Rube, Annegret Schultze-Ueberhorst, Friedhelm Pfuhl, Heinrich Heidel, Arno Wiegand (v.l.) beim Treffen mit dem Klinikgeschäftsführer Gerhard Hallenberger (3.v.l) am Kreiskrankenhaus.

„Das Kreiskrankenhaus befindet sich wirtschaftlich in einer strukturellen Notlage“, so die FDP-Fraktion im Kreis. „Die Bürgschaft für den Kontokorrentkredit ist ein Notnagel, aber keine Lösung.“

Frankenberg/Korbach - Die FDP-Fraktion hat sich in Korbach und in Frankenberg über die jeweilige Situation der Krankenhäuser informiert und sich mit sich beiden Geschäftsführern getroffen.

Demnach hat Gerhard Hallenberger den Abgeordneten die Situation des Kreiskrankenhauses erläutert. Laut FDP sei er mitten in einem Sanierungsprozess, an den sich in absehbarer Zukunft ein Konsolidierungskonzept anschließen werde. Über einen längeren Zeitraum seien Investitionen versäumt worden und ein Kostencontrolling habe nicht effektiv genug gegriffen – beides seien nun Schwerpunktbereiche, bei denen er bereits Fortschritte erzielen konnte. Das war allerdings der Sachstand vor der aktuellen Stunde im vergangenen Kreistag, wo weitere 7 Millionen Euro Bürgschaft für das Krankenhaus in Frankenberg übernommen wurden. (Mehr dazu hier...)

Für die Liberalen stellt sich die Krankenhauslandschaft im Landkreis so dar, dass Korbach noch stabil wirtschaftet, während Frankenberg bei vergleichbarer Größe mit tiefroten Zahlen arbeitet.

Die FDP ist davon überzeugt, dass dies nicht an dem dortigen Personal und der Geschäftsführung liegt, sondern das strukturelle Fehler in der Krankenhausfinanzierung durch Land und Bund im Wesentlichen dafür verantwortlich sind.

Als Beispiel wird die Geburtsstation genannt. „Jedes Kind, welches in Frankenberg das Licht der Welt erblickt, kostet das Krankenhaus rund 4.000 Euro, bei rund 400 Geburten im Jahr, ergibt dies allein einen Fehlbetrag von mehr als 1,5 Millionen Euro“, rechnet Friedhelm Pfuhl.

Friedhelm Pfuhl: „Wir brauchen eine Strategie und kein Herumdoktern an Symptomen! Wir fordern die Kreisspitze um Landrat Dr. Kubat dazu auf, aktiv über eine „Gesundheit Waldeck-Frankenberg“ nachzudenken und die beiden Häuser in Korbach und Frankenberg unter einem Dach zu vereinen.“

Zudem sollten Bereiche, die vor einigen Jahren verkauft worden sind, wie die Röntgenabteilung oder den Kathedermessplatz, welche aber hoch wirtschaftlich arbeiten, laut FDP wieder in das Krankenhaus eingegliedert, also zurückgekauft, werden.

„Wenn wir Kirchturmdenken und Reformunwillen jetzt aufrechterhalten könnte das mittel- bis langfristig beide Häuser vor große Probleme stellen. Daher ist die Intensivierung der Zusammenarbeit – in welcher Form auch immer – jetzt ein Gebot der Stunde“, meint Pfuhl, „eine Gesundheit Waldeck-Frankenberg GmbH würde diese Lösungen voranbringen.“

Arno Wiegand, Fraktionsvorsitzender: „Wir stehen für den Erhalt des Krankenhauses in Frankenberg, aber wir müssen als Kreispolitiker unsere Verantwortung von Hatzfeld bis Diemelstadt und von Bad Wildungen bis Willingen sehen.“

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