Fragen geklärt: MdL Frömmrich besichtigt Abwasserwerk in Frankenberg

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Der Landtagsabgeordnete Jürgen Frömmrich (3.v.l.) informierte sich gemeinsam mit seinem Parteikollegen und Fraktionsvorsitzenden der Grünen Frankenberg, Willi Naumann (l.) bei EGF-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter (2.v.l.), und Abwassermeister Martin Nolte über Funktionsweise und Aufgaben der Kläranlage in Frankenberg.

Auf seiner Sommertour hat Grünen-Landespolitiker Jürgen Frömmrich Halt gemacht an der Kläranlage in Frankenberg. Es ging um Fragen zu Funktion und Zukunft

Frankenberg - Sauberes Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Im Schnitt verbraucht jeder Einwohner in Deutschland davon täglich 123 Liter. Diese fließen anschließend als Abwasser in die örtlichen Kläranlagen. Wie das Wasser dort wieder aufbereitet wird, um in die Umwelt zurückgeführt zu werden, darüber hat sich der heimische Landtagsabgeordnete der Grünen, Jürgen Frömmrich, bei seiner Sommertour an der Kläranlage in Frankenberg informiert.

EGF-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter und Abwassermeister Martin Nolte erläuterten bei der Führung die Funktionsweise der Kläranlage und gaben Einblicke in die Themen, die im Bereich Abwasser zukünftig wichtig werden. In der Frankenberger Kläranlage wird neben dem Abwasser der Kernstadt auch jenes aus zehn Stadtteilen sowie Bottendorf geklärt. Insgesamt ist die Kläranlage für 29.000 Einwohnergleichwerte ausgelegt und umfasst ein Kanalnetz von knapp 227 Kilometern.

Kläranlagen sind heute in der Regel dreistufig aufgebaut wie auch in Frankenberg. Das Abwasser durchläuft nacheinander eine mechanische, eine biologische und eine chemische Reinigung. Dabei werden zunächst grobe Inhaltsstoffe aus dem Wasser gefiltert und anschließend gereinigt, gepresst und verbrannt. Mit dem aus der Vorklärung abgezogenen Primärschlamm wird in einem Faulturm Biogas erzeugt. In der biologischen Abwasserreinigung wandeln Mikroorganismen Ammonium, das aus Harnstoff entsteht, in Nitrat um. Andere Mikroorganismen entziehen dem Nitrat den Sauerstoff. Der übrig bleibende Stickstoff entweicht in die Luft. In der dritten Reinigungsstufe wird Phosphor mit speziellen Verfahren aus dem Wasser entfernt.

Nach dem Durchlauf aller Reinigungsstufen hat das Wasser einen Reinigungsgrad zwischen 95 und 98 Prozent und wird in die Eder geleitet. Zukünftig wird die Abwasserwirtschaft vor allem die Frage der Entfernung der Spurenstoffe aus dem Abwasser beschäftigen. Dazu bedarf es einer vierten Reinigungsstufe. Ohne diese fließen mit dem gereinigten Wasser aus den Kläranlagen zum Beispiel pharmazeutische Rückstände wie Medikamentenreste, Mikroplastik oder auch multiresistente Keime zurück in die natürlichen Gewässer.

„Wichtig ist, dass die Kosten, die durch die vierte Reinigungsstufe entstehen, nicht allein bei den Wasserbetrieben hängen bleiben oder auf die Verbraucher umgelegt werden. Wir brauchen Strategien, die bewirken, dass so wenige Spurenstoffe wie möglich in das Abwasser gelangen. Wasser muss sauber und bezahlbar bleiben“, fordert Frömmrich.

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