Freienhagen wird schwer zu halten sein

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Der Kreis tagte diesmal wegen des Dachschadens in der Wandelhalle. Foto: rff

Waldeck-Frankenberg. Jede Menge Wirbel hatte es bereits im Vorfeld der Kreistagssitzung am zum Thema Schulentwicklungsplan gegeben. Pläne über notwe

Waldeck-Frankenberg. Jede Menge Wirbel hatte es bereits im Vorfeld der Kreistagssitzung am zum Thema Schulentwicklungsplan gegeben. Pläne über notwendige bauliche Investitionen im Wert von über 8 Millionen Euro für die Grundschulen in Eppe, Rhena und Freienhagen machten die Runde und Gerüchte über die geplante Schließung der Standorte. Eltern- und Schülerproteste waren die Folge, und eilig waren Politiker vor Ort unterwegs, um sich mit den Betroffenen zu solidarisieren oder dem politischen Gegner die Schuld an der Misere zuzuweisen.

Knapp 40 Kinder und Eltern aus Rhena und Eppe demonstrierten mit Plakaten und Transparenten in der gestrigen Kreistagssitzung, um für den Erhalt der Grundschulen zu demonstrieren. SPD, Grüne und Linke setzen sich für die Umsetzung des hessischen Schulgesetzes ein und machten schnell klar, dass es unrealistisch sei, kleine Schulen um jeden Preis erhalten zu können. "Wir können nicht vor der demografischen Entwicklung fliehen", so Daniel May (Grüne), und man setzt verstärkt auf die Kooperation der Schulen untereinander.

Miniklassen oder jahrgangsübergreifender Unterricht gehe am pädagogischen Auftrag der Schulen vorbei, so Ingo Hoppmann (Linke).

CDU und FDP kritisierten die Planungsvorgaben der Kreisverwaltung und zeitliche Fehlplanungen im Vorfeld der Beratungen. Ein kurzfristiger Änderungsantrag der CDU, das Weiterbestehen der Standorte zu garantieren, wenn mindestens zwei Klassen gebildet werden können, fand keine Mehrheit. So sieht auch die CDU im Verbund von Grundschulen mit transparenter Informationspolitik für die Betroffenen eine akzeptable Lösung.

Das könnte im Fall Eppe und Rhena mittelfristig funktionieren, Freienhagen wird wohl nicht zu halten sein. Allein die Freien Wähler setzen ohne Wenn und Aber weiter auf die Erhaltung der Minischulen. Nach der Abarbeitung von 20 Änderungsanträgen stimmten die Fraktionen bis auf die FWG dann doch geschlossen am Ende dem Vorschlag des Kreisausschusses zu, der die Fortführung der Standorte von den "Schülerzahlen und dem Investitionsbedarf abhängig macht".

Der nun beschlossene Schulentwicklungsplan gilt bis 2017. Nach der Abstimmung sehen sich die angereisten Demonstranten, die brav knappe vier Stunden in der Sitzung ausgeharrt hatten, von der Realität eingeholt. Sie hatten sich ein klareres Votum für die Erhaltung ihrer Schulen erhofft.

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