Frohes Fest „Knacki“

Von Hans Peter Ehrensbergerund Marcus AlthausWiesbaden. Die deutsche Justiz zeigt sich kurz vor Weihnachten gleichermaen gndig wie

Von Hans Peter Ehrensbergerund Marcus Althaus

Wiesbaden. Die deutsche Justiz zeigt sich kurz vor Weihnachten gleichermaen gndig wie grozgig. Bundesweit kommen mehr als tausend Strafgefangene vorzeitig aus der Haft frei. Auf Hessen bezogen sind es immerhin 170 Knackis, die von diesem besonderen und vorgezogenen Weihnachtsgeschenk profitieren.In der teilprivatisierten Justizvollzugsanstalt Hnfeld sind 14 Inhaftierte von der Weihnachts-Amnestie begnstigt, wie JVA-Leiter Werner Pckert mitteilt. Hessen praktiziert den Gnadenerweis so der offizielle terminus technicus schon seit den 80er Jahren.

Gefangene haben damit bessere Chancen

Hauptmotiv sei, den Gefangenen die Mglichkeit zu geben, das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familien zu feiern und ihnen bessere Start-Chancen fr ein Leben in Freiheit zu gewhren, informiert die Sprecherin des Hessischen Justizministeriums, Dagmar Dring.Begnstigt sei die Entlassungs-Zeitspanne vom 18. November 2009 bis 5. Januar 2010. Das Procedere grnde sich auf den Paragraphen 43 des Strafvollzugs-Gesetzes, wonach Inhaftierte bei guter Fhrung, in Anerkennung ihre besonderen Arbeit in der Haftanstalt, bei intensivem Mitwirken am Vollzugsziel sowie bei fester Bleibe drauen vorzeitig entlassen werden knnen.

Nicht unntig festhalten

Die Gefangenen sollten sich schon kooperativ zeigen, wer sich verweigert hat naturgem keine guten Chancen, so Dring. Nicht alle Antrge auf Weihnachts-Amnestie finden freilich die Zustimmung der Verantwortlichen, es gibt auch Ablehnungen.Warum aber Leute unntig lnger und ber Weihnachten festhalten, wenn die sowieso am 5. Januar freikommen und sich gut gefhrt haben, sagt Dagmar Dring. Die zustndige Staatsanwaltschaft berpft die anstehenden Entlassungstermine. Die Gnadenbehrde befrwortet in Zusammenarbeit mit der Gefngnisleitung, den dortigen Betreuern, Experten, Gefngnis-Psychologen, den Gnadenerweis oder eben nicht.Zurzeit (Stand Oktober 2009) befinden sich in Hessen rund 5.300 Mnner und Frauen im geschlossenen Vollzug, die Zahl der Weihnachts-Amnestierten beliefe sich demnach auf etwa 3,2 Prozent. Die Freistaaten Bayern und Sachsen machen von der Regelung der frhzeitigen Freilassung zur Weihnachtszeit keinen Gebrauch. Die zeigen sich ihren Knastis gegenber hart und verzichten ganz auf die Geste Gnadenerlass.

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