Füchse müssen Köder spielen

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Frankenberg. "Der BUND bezichtigt die Stadt Frankenberg und den Wildparkverein, unter ihrem Deckmantel die Tierquälereien des Jagdterrier-Clubs

Frankenberg. "Der BUND bezichtigt die Stadt Frankenberg und den Wildparkverein, unter ihrem Deckmantel die Tierquälereien des Jagdterrier-Clubs zu fördern", heißt es in der aktuellen Pressemitteilung der BUND Kreisgeschäftsstelle Waldeck-Frankenberg.

Am Frankenberger Fuchsgehege ist eine Schliefanlage angeschlossen. Auf dieser Anlage bildet der Deutsche Jagdterrier-Club seit rund acht Jahren Hunde aus. Dabei werden die gezüchteten Füchse durch unterirdische Gänge gejagt. Die Terrier hetzen hinterher: Stress für die flüchtende Beute, Triebtraining für den jagenden Terrier. Am Ende der Hatz steht ein bellender Hund und ein Fuchs der abgeschirmt in einem Kessel sitzt. Anschließend kann man das Tier wieder im Wildtierparkgehege sehen, bis das nächste Jagdtraining beginnt. Durchschnittlich neunmal im Jahr finden solche Übungsjagden statt.

Für den BUND ist es Tierquälerei, was am Wildtierpark in Frankenberg passiert. Mehr als 150 Unterschriften wurden dagegen gesammelt und im April Bürgermeister Rüdiger Heß übergeben. Der wollte sich der Sache annehmen und alles erneut prüfen. Jetzt ist der BUND fassungslos: "Die Forderungen des BUND (die Schliefanlage abzuschaffen) wurden jetzt endgültig lapidar abgewiesen mit dem Verweis, dass nach Überprüfung des Fachdienstes Veterinärwesen keine Veranlassung bestand, den Pachtvertrag mit dem Deutschen Jagdterrier-Club e. V. zu lösen, da keine Mängel festgestellt wurden."

"Wir vom BUND sind enttäuscht und empört, wie Bürgermeister Heß dieses Problem vom Tisch wischt, unsere und Proteste seiner Bürger ignoriert und dass sich nicht einer der Stadträte den BUND-Positionen anschließen mag", meint Kreisvorsitzende Viola Wagner.

"Das Befinden der Wildtiere, es handelt sich schließlich um Lebewesen in Obhut der Stadt bzw. des Wilparks, sind den Stadtvätern von Frankenberg schlicht egal. Als wir dem Bürgermeister die 158 Unterschriften am Fuchszwinger überreichten, mussten wir uns von herbei geeilten Jägerinnen und Jägern rüde beschimpfen lassen. Wir beschieden ihnen, dass es uns um die Rechte von Lebewesen geht, die wir hier einfordern, weil sich anscheinend sonst niemand bisher für dieses Elend verantwortlich zeigte", so Wagner.

Rechtlich gesehen gibt es keine Einwände

Die Schliefanlage besteht seit 1971. Von 1993 bis 2004 wurde der Betrieb aufgrund der damals gültigen Rechtslage eingestellt. Fuchsgehege und Schliefanlage durften im Jahr 2004 erneuert und wieder in Betrieb genommen werden. In einem Verfahren gegen das Land Hessen wegen Ausbildung und Prüfung von Hunden in Schliefanlagen stellte das Verwaltungsgericht Gießen mit Beschluss vom 5. Juni 2001, Gz.: 10 G 1270101 fest, dass kein Verstoß das Tierschutzgesetz vorliegt, da bei den Schliefprüfungen kein unmittelbarer Körperkontakt zwischen Hund und Fuchs ordnungsgemäßen Einsatz der Technik erfolgen könne. Das Einlassen des Hundes in die Schliefanlage und das "aus dem Bau treiben" des Fuchses entspreche den Grundsätzen weidgerechter Jagdausübung. Das geht aus den Antworten von Lucia Puttrich hervor, die 2010 auf eine Anfrage der Abgeordneten Ursula Hammann und Daniel May dazu antwortete.

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