Ganz großes Kino: Die Traumfabrik 2015

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Der fünfte Videowettbewerb des Eder-Diemel Tipp brachte jede Menge kreative Videos. Bei der Preisverleihung herrschte Spannung pur.

Korbach. Der 5. Videowettbewerb "Traumfabrik" des Eder-Diemel Tipp brachte jede Menge kreative Videos: persönlich, informativ, schrill und tiefgründig. Am Ende standen 12 Clips aus London, Düsseldorf, Edertal, Diemelsee, Twistetal, Frankenberg, Lichtenfels, Burgwald und Korbach zur Abstimmung. Schüler, Verkäuferin, Angestellte, eine Jugendgruppe und Rentner waren mit ihren Produktionen dabei. Egal ob Vision, Erinnerung oder Albtraum, alle waren mit viel Engagement und Herz an die Umsetzung ihrer Ideen gegangen. Tausende von Online-Votern haben dann auf der Webseite des Eder-Diemel Tipp abgestimmt. Parallel dazu hat unsere Jury die Videos bewertet und dabei die Online-Umfrage im Wesentlichen bestätigt.

Bei der Preisverleihung am vergangenen Mittwoch in der Waldecker Bank in Korbach erhielten die besten fünf Videoproduzenten ihre Preise. Nach der Begrüßung durch den Vorstand Karl Oppermann und den einleitenden Worten von Objektleiter Manfred Josch war knisternde Spannung angesagt, denn keiner der fünf Preisträger wusste, welchen Platz er belegen sollte. 5., 4. ,3. ,2. ,1. Platz war die Dramaturgie des Programms. Spätestens bei der Verkündung von Platz 2 war dann auch der Sieger klar, Begeisterung pur bei den Gewinnern.

Die Sieger, die Theaterwerkstatt der Kirchengemeinde Bergheim mit dem Video "Geld oder Liebe", konnten 600 Euro mit ins Edertal nehmen. Die Sponsoren überreichten die einzelnen Preise und hielten jeweils eine kurze Laudatio auf das jeweilige Video.

David Körner und Kooshan Baheri sorgten für den passenden musikalischen Rahmen, einfühlsam, rockig und unplugged.

Bei Softdrinks, Schokoriegeln und Smalltalk im Anschluss waren sich alle einig: ein toller Wettbewerb, der im nächsten Jahr eine Neuauflage braucht.

Eine runde Geschichte

Die unangefochtene Nummer eins, sowohl beim Online Voting, wie auch bei der Jury war "Geld oder Liebe" von der Theaterwerkstatt der Jugendgruppe der Kirchengemeinde Bergheim. Umso erstaunlicher, weil es die Gruppe erst seit kurzer Zeit gibt. Was Jugendmitarbeiter Andre Backhaus und die ungefähr 20 Teenager in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben, hat alle begeistert. Herausgekommen ist eine Hochzeitskomödie mit viel Sinn und Tiefgang, einem Bräutigam, der sich entscheiden muss zwischen Geld oder Liebe. Im Traum entscheidet er sich für das Geld, und ist nach dem Aufwachen froh, dass alles nur ein Traum war.Die insgesamt wohl rundeste Geschichte im Teilnehmerfeld wird mit viel Engagement der  Darsteller überzeugend gespielt und technisch perfekt umgesetzt.Laudator Nico Peters von BMW Wahl Group spürte in jeder gedrehten Szene die Freude der Beteiligten am Video heraus, auch und gerade beim Bemühen Einzelner, in den Szenen ernst zu bleiben."Eine runde Geschichte mit tollen Kameraeinstellungen, euch ein herzliches Dankeschön."Die Jugendlichen aus Bergheim und Umgebung kamen teils kostümiert zur Preisverleihung gereist, wie die verrückte Hochzeitsgesellschaft im Video: einige in hochzeitlichem Outfit, der Pfarrer im Talar und die Gäste in teils schrillem Design. Auch die Blumenkinder aus der Kirche haben sie mitgebracht.Nebenbei erfahren wir noch, dass Braut und Bräutigam aus dem Film in Wirklichkeit kein Paar sind, und der Pfarrer, der im Film voll überzeugt, noch keine konkreten Berufspläne hat. Dazu kommt, dass die Kirchengemeinde in Bergheim die "beste Pfarrerin" hat, "die es gibt".

Was wirklich zählt

Der Clip von Nicol Ulott ist so ganz anders: keine Doku, kein Actionfilm und auch keine Komödie. Er kommt ganz besinnlich daher. Es geht um viel Natur, Familie, Freunde, Liebe und Trauer, alles, was zum Leben dazu gehört und was den Menschen lieb und wertvoll ist. Schöne Bilder mit viel Einfühlungsvermögen und Herz arrangiert, voller persönlicher Erinnerungen und im Hintergrund ein Lied des Sängers Frank Lukas. Die Botschaft von Nicol kommt rüber: Lebe Deinen Traum."Mich hat es dazu angeregt, mal über mein Umfeld nachzudenken", sagte Laudator Kai-Uwe Weidemann von der Firma CC. Curtze. "Materielle Dinge sind nicht alles im Leben…"Mit ihrem Video "Lebe deinen Traum…" hat Nicole Ulott den zweiten Platz erreicht.

Professionelle Regie

Großes Lob und viel Applaus gab es für professionelle Kameraführung und Schnittfolgen bei "Caught in Imagination", mit dem Luca Silberg, Noe Kölbl und Florian Schmoll auf dem dritten Platz landeten. Verfolgungsszenen im Wald, der Verfolger mit der Kettensäge kommt näher, der Protagonist stürzt und wacht schweißgebadet im Bett auf, und dann steht auch noch der Kettensägenmann vor der eigenen Zimmertür… Äußerst spannend und nichts für schwache Nerven.Laudatorin Michaela von Engelmann von der Waldecker Bank war begeistert: "Dieser Film hat von mir die höchste Punktzahl bekommen: Gutes Drehbuch, gute Kameraführung, macht weiter so, Jungs".

Das Video, das ohne Worte auskommt

Der vierte Platz ging an Lena Huwe aus Bad Arolsen. Ihr Video wurde in London gedreht, wo sie zurzeit als Au-Pair jobbt. Zwischen Parkbank, Karussell und Themse spielen sich albtraumartige Szenen ab, schrill und zum Teil auch etwas blutrünstig.

Das ganze Video kommt ohne Worte aus, lebt von schneller Szenenfolge im Halbdunkel der Londoner City, um dann mit der Frage zu enden: und was träumt ihr so? Ein tolles Muster schwarzen Humors. Lena möchte sich mit dem Clip auch für ein Studium der Medienwissenschaften an der Uni bewerben.

Ein Traum, den wir alle leben können

Auf Platz 5 landete das Video von Peter Fritschi aus Edertal. Es zeigt den praktischen Ansatz des örtlichen Sportvereins, ein Stück europäische Union auf dem grünen Rasen und beim gemeinsamen Segeln zu verwirklichen. Es gibt sowohl Einblicke in die europäische Geschichte und zeigt Szenen von gemeinsamen Fußballspielen mit einer Mannschaft aus Holland. Ein kleiner Verein mit großen Zielen. Jessica Robinson von Quick Schuh in Korbach lobte den gesamteuropäischen Ansatz der Sportlerinnen und Sportler, nicht nur auf sportlicher Ebene Kontakte zu knüpfen, sondern auch gemeinsame Werte zu fördern und zu pflegen. "Es ist bemerkenswert, wie kleine Dörfer es schaffen, solch große Ziele zu verwirklichen, wie junge Leute motiviert werden, andere Kulturen anzunehmen, Interesse daran zu zeigen und sich mit diesen Menschen auseinander zu setzen."

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