"Gastarbeitergeneration" erreicht Rentenalter

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Wiesbaden. Die Landesregierung will die Integration älterer Migranten zu einem neuen Schwerpunkt der Seniorenpolitik machen. "Immer mehr Migrant

Wiesbaden. Die Landesregierung will die Integration älterer Migranten zu einem neuen Schwerpunkt der Seniorenpolitik machen. "Immer mehr Migranten erreichen das Rentenalter. Ihre Abschottung – bedingt durch Sprach- und Informationsdefizite, aber auch kulturell-religiös geprägte Barrieren – muss verhindert werden. Es gilt deshalb, die Lebenssituation der älteren Migranten gezielt in den Blick zu nehmen. Dies ist ein Aufgabenfeld, das angesichts der steigenden Zahl älterer Menschen – auch mit Migrationshintergrund – an Bedeutung gewinnt", erklärte Staatssekretärin Petra Müller-Klepper anlässlich des fünften Dialogforums der "Seniorenpolitischen Initiative" in Wiesbaden. Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft haben im Rahmen der Dialogreihe im Hessischen Sozialministerium über das Thema "Ältere Migranten und Integration" diskutiert.

Angebote der Altenhilfe werden derzeit noch von zu wenig Senioren mit Migrationshintergrund in Anspruch genommen. Damit sich dies ändert, müssen sie kultursensibel gestaltet werden. Es sind bei diesen Maßnahmen mehr Mitarbeiter nötig, die selbst über einen Migrationshintergrund verfügen. Darüber hinaus sind generell in der Aus- und Fortbildung des Personals Wissen über und Verständnis für andere Kulturen zu vermitteln. 

Hessen gehört zu den Bundesländern mit dem höchsten Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung. Nahezu jeder vierte Einwohner in Hessen hat einen Migrationshintergrund (24,1 Prozent). Die Bevölkerung mit Zuwanderungsgeschichte ist im Durchschnitt jünger als die deutsche Bevölkerung: So hatten von den über 65-jährigen in Hessen 2008 (19,9 Prozent der Gesamtbevölkerung) 10,4 Prozent einen Migrationshintergrund. "Es wird allerdings davon ausgegangen, dass der Anteil älterer Menschen nichtdeutscher Herkunft an der Gesamtbevölkerung in den kommenden Jahren wächst – und zwar schneller als derjenige der übrigen älteren Bevölkerung", so die Staatssekretärin.

In den kommenden Jahren werde unter anderem die Generation der sogenannten "Gastarbeiter" das Rentenalter erreichen. Für viele sei Deutschland – oftmals entgegen ihrer ursprünglichen Intention – zur dauerhaften Heimat geworden, wo sie Familien gegründet und Wurzeln geschlagen hätten.

Nach aktuellen Studien gibt es Faktoren, die das Altern zusätzlich erschweren können, wie ein niedriger Bildungsstand, geringeres Einkommen bzw. geringere Renten sowie eine schlechtere Wohnsituation, bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund vergleichsweise häufiger auftreten.

"Viele Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund sind über die Möglichkeiten und Angebote im Sozialwesen und speziell in der Altenhilfe zu wenig informiert und sind daher bei der Nutzung unterrepräsentiert. Viele nehmen daher auch die ihnen zustehenden Rechte und Leistungen nicht oder nicht vollständig in Anspruch", so Petra Müller-Klepper.

Informationen im Internet: www.sozialministerium.hessen.de (Senioren / Seniorenpolitische Initiative)

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