Die Gefahr ausgeblendet

Waldeck-Frankenberg. Spa mit einer Portion Nervenkitzel hat seinen ganz besonderen Reiz, speziell fr Jugendliche. So breitet sich auch hi

Waldeck-Frankenberg. Spa mit einer Portion Nervenkitzel hat seinen ganz besonderen Reiz, speziell fr Jugendliche. So breitet sich auch hierzulande eine neue Trendsportart, das Brckenspringen, in den Sommermonaten rasant aus. Krzlich hielten an der Salzach in sterreich nchtliche Brckenspringer wiederholt die Rettungskrfte in Atem, weil sie durchnsst und abgetrieben aus dem eiskalten Gebirgswasser gerettet werden mussten. Auch an Main und Rhein gibt es in den Sommermonaten immer mehr Waghalsige, die meist in Gruppen ihrem trendigen Hobby nachgehen.

Berhmte Vorbilder: Der Sprung von Brcken ins Wasser hat berhmte Vorbilder: In Mostar (Bosnien) galt es schon von jeher als besondere Mutprobe, von der 25 Meter hohen Brcke zu springen, und das Ereignis wird meist sogar bei groen Veranstaltungen ffentlich zelebriert. Es gab allerdings schon ernsthafte Verletzungen. Bungie-Jumping von hohen Brcken scheint in diesem Zusammenhang noch die harmlose Variante. Richtig gefhrlich wird es, wenn sich Jugendliche, meist im Schutz der Dunkelheit, mit selbstgebauten Seilkonstruktionen von hohen Brcken in die Tiefe strzen.Sprnge auch an den heimischen Seen

Der Trend hlt an und beschrnkt sich nicht nur auf exotische Gefilde oder Brckenbauwerke in den Alpen und an den greren Flssen. Auch am Edersee werden seit dem letzten Jahr Jugendliche beobachtet, die von der Sperrmauer in den See springen. Eine Mutprobe unter Gleichaltrigen fr die einen, ein finanzieller Profit fr die anderen, die vorher von Passanten Geld sammeln. Bei fallendem Wasserspiegel und einer Sprunghhe von ber 10 Metern kein ungefhrliches Unterfangen, vor allem angesichts der Unterwasserstrmungen nahe der Mauer. Auch am Scheid und in Niederwerbe gibt es Sprungversuche, die sich zur Zeit aber aufgrund des geringen Wasserstandes erledigt haben.Am Diemelsee gehrt der Sprung von der Stormbrucher Brcke schon seit Jahrzehnten zum allsommerlichen Erlebnisritual, und auch am Twistesee gibt es die vergleichsweise harmlose Variante mit zirka fnf Meter Sprungtiefe an der Brcke am Vorstau.

Was viele nicht wissen:Die Wasserschutzpolizei hat in der vergangenen Woche eine deutliche Warnmeldung herausgegeben. Die Gefahr steigt vor allem bei den aktuell niedrigen Wasserstnden. Fr Sprnge an Wasserstraen drohen Geldstrafen, was nur wenige abschreckt. Gesundheitliche Schden, zu denen die gewagten Sprnge fhren knnen, sind oft weitaus gravierender. Denn solche Mutproben knnen im Rollstuhl enden. Die deutschen Querschnittszentren verzeichnen eine gleich bleibend hohe Zahl von Querschnittslhmungen infolge von Badeunfllen. Offensichtlich werden mgliche Gefahren wie flache Gewsser, Hindernisse, Felsen oder Treibgut zu wenig bedacht. Mehrere hundert Menschen blieben in den vergangenen Jahren nach Sprngen ins Wasser vom Hals abwrts gelhmt. Die Opfer sind nach Angaben der Universittsklinik Heidelberg zu 97 Prozent junge Mnner zwischen 16 und 25 Jahren. In 40 Prozent ist Alkohol im Spiel gewesen.

Absicherung:Am Edersee wurden mgliche Absprungstellen nach schweren Unfllen bereits vor Jahren mit Zunen und Schildern gesichert, was in einigen Bereichen fr eine deutliche Entspannung sorgte. Die Gemeinden an den Seen erkennen durchaus ein gewisses Gefahrenpotential, fr die Ordnungsbehrden ist es allerdings unmglich und fr die vielen Nutzer der Seen auch unpassend, jede potentielle Gefahrenregion abzusichern und abzusperren.

Vorsicht, vor allem bei Niedrigwasser:Auf der Suche nach dem ultimativen Kick, mit etwas Leichtsinn und Gruppenzwang im Rcken werden immer neue spektakulre Szenarien ausprobiert. Gefahren werden dabei leicht unterschtzt, denn keiner macht sich wirklich die Mhe, vor allem bei niedrigem Wasserstand, Wassertiefe und Bodenbeschaffenheit der Sprungzone genau zu untersuchen. Man lebt und springt nach der Devise: es wird schon gut gehen. Das Risiko ist also stndig hautnah dabei, und genau das macht wohl auch den Reiz des Ganzen aus, allen Warnungen zum Trotz.

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