So geht es an der Bahnstrecke Frankenberg-Korbach 2017 weiter

Die künftige Triebwagenwerkstatt samt Waschstraße für Korbach in einer digitalen Visualisierung der Kurhessenbahn.

An der Bahnstrecke Frankenberg-Korbach wird 2017 der Kreuzungsbahnhof in Viermünden gebaut. In Korbach entstehen neu: Bahnhofsareal und KHB-Werkstatt.

Korbach/Frankenberg/Viermünden. Heinz Göttlich ist seit mehr als 40 Jahren, Bahnkenner, Bahngenießer und Bahndokumentator. Fotokalender und Filme über verschiedene Bahnstrecken hat er schon herausgebracht. Darüber haben wir zuletzt auch bei der Bahnreaktivierung der Strecke Frankenberg-Korbach berichtet. Jetzt hat der passionierte Bahnexperte sich der Jahresbilanz der "Kurhessenbahn" (KHB) und des Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) auf dieser Strecke angenommen und den künftigen Herausforderungen, davon handelt sein folgender Gastbeitrag:

"Seit der Wiedereröffnung der Strecke am 11. September 2016 sollen laut NVV und "Kurhessenbahn" (KHB) rund 150 000 Fahrgäste die Verbindung zwischen Korbach und Frankenberg(Eder) genutzt haben. Die letzten Zählungen haben ergeben, dass auf der Linie pro Tag durchschnittlich 440 Fahrgäste unterwegs sind. Ab Fahrplanwechsel im Dezember 2017 wird es montags bis freitags eine zusätzliche Fahrt um 20 Uhr ab Korbach in Richtung Frankenberg (E) geben. Bisher verkehrte dieser Zug nur am Wochenende.

Darüber hinaus strebt der NVV verbesserte Tarifkooperationen mit den Verkehrsverbünden in Rhein-Main und Westfalen an. Weil in Richtung Süden in Münchhausen die Schnittstelle zwischen dem Nordhessischen Verkehrsverbund und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist, kommt es immer wieder zu Irritationen bei vereinzelten Fahrgästen. Landrat Dr. Reinhard Kubat wünscht sich, das vor allem mehr Studenten, Touristen und Berufspendler die Strecke nutzen sollen. Ein Anreiz könnten die Ansage der Kurhessenbahn sein, dass ab Dezember 2017 mehr moderne Fahrzeuge eingesetzt werden.

Die Anwohner entlang der Strecke mussten sich mehr oder weniger an die täglich wiederkehrenden Geräusche des Bahnalltags gewöhnen. Auf der einen Seite wollten sich die Anrainer nicht von "ihren" Bahnübergängen trennen, die im Laufe eines Jahres nur selten von Land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden. Auf der anderen Seite stören die "Unteren Edertaler" das Pfeifsignal der Züge vor den unbeschrankten Bahnübergängen. Daran wird laut NVV weiter gearbeitet. Weil jedoch immer zwei Seiten zu einer Lösung gehören, bleibt abzuwarten, wie lange es dauert, bis auf der sogenannte reaktivierten Bahnlinie die Züge schneller und "geräuschärmer" unterwegs sein können.

Neuer Kreuzungsbahnhof in Viermünden

Ursprünglich sollte der Haltepunkt Viermünden im Rahmen der Reaktivierung der Bahnline Korbach - Frankenberg(Eder) modernisiert werden. Aufgrund der Änderung des Fahrplankonzeptes in Nordrhein-Westfalen wurden die Baumaßnahmen zurückgestellt und ein Kreuzungsbahnhof für Viermünden geplant.

Dieser ist notwendig, um langfrisstig optimale Anschlüsse mit der Bahnlinie R42 Marburg(Lahn) - Brilon ins Rhein-Main- und Ruhrgebiet sowie regionale Anschlüsse sicherzustellen. Ab Beginn der Sommerferien 2017 bis September 2017 plant die "Kurhessenbahn" den Bau des Kreuzungsbahnhofes in Viermünden und investiert hier 3,1 Millionen Euro für die Zukunft des ÖPNV in der Region.

Für den Kreuzungsbahnhof muss das Streckengleis komplett verschoben werden. Aufgrund des Platzbedarfes ist hilfreich, dass gegenüber der Ursprungsplanung weniger PKW-Stellplätze (nur noch 10 und 1 Behindertenpakrplatz) vorgesehen werden. Die technische Sicherung des Bahnübergangs am südlichen Bahnhofskopf wurde im Projekt mit aufgenommen und wird von allen Teilnehmern der Bürgerversammlung, die am 1. September 2016 in Viermünden stattfand, ausdrücklich begrüßt. Dadurch entfallen die Pfeifsignale. Durch den Einsatz von Richtungsbetrieb ist der Überweg zum Mittelbahnsteig ohne technische Sicherung möglich.

Eigene Werkstatt für verbesserte Fahrzeuginstandhaltung in Korbach

Im Rahmen des Vergabeverfahrens zum "Nordwesthessennetz" (NWH-Netz) hat die "Kurhessenbahn" die optimale Instandsetzung ihrer Fahrzeuge untersucht. Als Ergebnis kam heraus, dass der optimale Standort für eine Werkstatt in Korbach ist, da nachts bis zu 11 Fahrzeuge dort abgestellt werden. Vor diesem Hintergrund hat die KHB ein neues Instandhaltungskonzept für die Fahrzeuge geplant. Nachdem die Kurhessenbahn den Zuschlag für das NWH-Netz erhalten hat, setzt sie dieses Konzept um.

Dafür wird im Bahnhof Korbach (hier die Pläne zum Neubau) eine zweigleisige neue Instandhaltungswerkstatt mit angeschlossenem Sozialgebäude für die Instandhaltung der Triebwagen gebaut. Zudem wird eine neue Außenreinigungsanlage (ARA) errichtet, vor die auch eine Unterflurreinigungensanlage gebaut wird. Durch die eigene Werkstatt soll die Fahrzeuginstandhaltung sowohl in zeitlicher, wie auch in qualitativer Hinsicht deutlich verbessert werden. Das äußere Erscheinungsbild der Fahrzeuge wird von der Außenreinigungsanlage profitieren. Im Zweischichtbetrieb soll mit je 7 bis 8 Mitarbeitern gearbeitet werden. Insgesamt schafft die "Kurhessenbahn" in Korbach 16 Arbeitsplätze in der Instandhaltung und weitere 3 in der Verwaltung. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Frühjahr 2017 geplant."

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