Kreiskrankenhaus Frankenberg stellt neuen Geschäftsführer vor

Mit der Wahl Gerhard Hallenbergers zum Geschäftsführer soll endlich Ruhe einkehren beim Kreiskrankenhaus Frankenberg.
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Mit der Wahl Gerhard Hallenbergers zum Geschäftsführer soll endlich Ruhe einkehren beim Kreiskrankenhaus Frankenberg.

Der Start ins neue Jahr bedeutet für das Kreiskrankenhaus Frankenberg auch gleichzeitig eine große Veränderung, denn mit Gerhard Hallenberger gibt es einen neuen Geschäftsführer.

Frankenberg. Nachdem bereits im November 2017 der Geschäftsversorgungsvertrag mit Vitos gekündigt wurde, sind beide Parteien nun vollständig formell getrennt. „Mit der Entscheidung für Herrn Hallenberger ist viel Hoffnung und Zuversicht verbunden“, versichert der Ärztliche Direktor, Dr. Hannes Gabriel. „Viele Wünsche werden der Ärzteschaft bereits dadurch erfüllt, dass es nun eine alleinige Leitung gibt.“

Zuvor oblag die Geschäftsführung Ralf Schulz, der zugleich Geschäftsführer der Vitos Haina war und dies auch weiterhin bleibt. An der Verlegung der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie nach Frankenberg wird sich ebenso nichts ändern wie an dem gemeinsamen Bau der Pflegeschule am Kreiskrankenhaus. „Die Kooperation ist gut und vielfältig und wir hoffen, dass das auch in Zukunft so bleibt“, betont Landrat Dr. Reinhard Kubat. Auch Pflegedienstleiter Andreas Nerowski sagt, dass die dreieinhalbjährige Kooperation mit Vitos das Kreiskrankenhaus vorangebracht habe.

Für Hallenberger selbst ist die Aufgabe eine Herzensangelegenheit: „Ich wohne viele Jahre in Frankenberg und bin Mitglied des Fördervereins des Krankenhauses. Jetzt kann ich mich für meine Heimatstadt und den Landkreis engagieren. Ich möchte aber auch betonen, dass nicht ein Geschäftsführer das Krankenhaus leitet, sondern die Mitarbeiter ebenfalls dahinter stehen.“ 

Gleichzeitig erkennt Hallenberger aber auch die Schwierigkeiten, die mit seiner neuen Aufgabe verbunden sind, besonders in finanzieller Hinsicht – das Krankenhaus war zuletzt auf eine Finanzspritze von 3 Millionen Euro vom Landkreis angewiesen, um die Insolvenz abzuwenden. „Der Kreistag steht geschlossen hinter dem Kreiskrankenhaus. Eine gute medizinische Versorgung kostet nun einmal und wir lassen keinerlei Zweifel an einem Fortbestand der Klinik oder der einzelnen Bereiche aufkommen“, sagt Kubat mit Nachdruck.

Und so wird sich am Angebot nichts ändern. Alle Bereiche bleiben erhalten – auch die Geriatrie, die in Zukunft mit dem Stadtkrankenhaus Korbach kooperiert. Allgemein sei die Zusammenarbeit mit anderen Krankenhäusern und Fachärzten sowie Apotheken in Zukunft sinnvoll, besonders in Hinblick auf die Anschlussbehandlungen, so Hallenberger.

Demotivierend war das finanzielle Defizit auch für die Belegschaft, die sich für den Betrieb des Krankenhauses „einen Arm ausreißen“, stellt der Betriebsratsvorsitzende, Uwe Patzer, heraus. Diese habe auch keine Einschränkungen durch die Entscheidung zu befürchten.

Viel wichtiger sei ein Umdenken in der Politik, darüber sind sich alle einig. Denn dort herrsche eine andere Denkweise, bei der die medizinische Versorgung den zweiten Platz hinter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit einnehme und fordert, die Subventionen so gering wie möglich zu halten. „Dass auch Subventionen für Kindergärten und Dorfgemeinschaftshäuser aufgewendet werden, wird hingegen anders bewertet“, so der erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese.

„Deutsche Krankenhäuser erhalten für bestimmte Leistungen immer weniger Geld, während die Löhne und Materialkosten steigen. Das erschwert unser Ziel von einem wirtschaftlicheren Krankenhaus enorm“, so Hallenberger. Eine der größten Sorgen bereitet Hallenberger der Fachkräftemangel, der sich vom Pflegepersonal bis zu den Ärzten durchzieht. „Dem müssen wir selbst entgegentreten. Es nützt nichts, immer nur zu rekrutieren, denn dann fehlen die Fachkräfte ja an anderer Stelle.“

Er verweist aber auch mit Nachdruck auf die Stärken des Kreiskrankenhauses und das Potential: „Hier wird gute Medizin, Pflege und Therapie angeboten, die Qualität der Versorgungen ist sehr hoch.“

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