Geschäftsführer: „Ich kann dem Kreiskrankenhaus nicht mehr helfen“

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Fotomontage: ma

Waldeck-Frankenberg. Christian Jostes wird das Kreiskrankenhaus Frankenberg verlassen. Das ist heute in einer Pressemitteilung bekannt gegeben worden.

Waldeck-Frankenberg. Plötzlich sind alle Pläne dahin. Vor Wochen wurde Christian Jostes als gemeinsamer Geschäftsführer für die Krankenhäuser in Frankenberg, Korbach und Winterberg gehandelt. Heute warf er das Handtuch. Er wird den Geschäftsführerposten im Kreiskrankenhaus aufgeben.

Als Grund für seinen Entschluss nennt Jostes Unstimmigkeiten im Frankenberger Aufsichtsrat, die die Geschäftsführung der Kreisklinik betreffen. Der Entschluss kam aus heiterem Himmel. Jostes (42) nimmt seinen Hut, weil er unter den aktuellen Rahmenbedingungen machtlos ist.

Er könne dem Kreiskrankenhaus nicht mehr helfen. "Daher habe ich mich dazu entschlossen, den Weg freizumachen für einen personellen Neubeginn in der Führungsebene." Er betont zwar, dass die Entscheidung "nichts mit der wirtschaftlichen Situation der Klinik zu tun habe".

Bereits Ende Januar kritisierte die FWG die fehlende Entscheidungsfreude, mangelnde Rückendeckung für den Geschäftsführer.

Das Kreiskrankenhaus arbeitet aber seit geraumer Zeit nicht mehr kostendeckend und muss dringend finanziell stabilisiert werden. Kooperationen mit den kommunalen Krankenhäusern in Korbach und Winterberg sollten ein Schritt dazu sein. Allerdings war Jostes dabei als gemeinsamer "dreifacher" Geschäftsführer vorgesehen. Das ist nun Makulatur.

Der Landrat und Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Reinhard Kubat: "Dass Christian Jostes das Kreiskrankenhaus verlassen möchte, ist eine persönliche Entscheidung, die ich akzeptiere, jedoch zugleich auch bedauere. Ich danke ihm für sein Engagement für unsere Kreisklinik und wünsche ihm für seine Zukunft alles Gute." Zugleich macht Kubat j klar, dass diese Entwicklung die Zusammenarbeit der Krankenhäuser in Winterberg, Frankenberg und Korbach in keiner Weise beeinflusst.

Keine gemeinsame Geschäftsführung mehr

"Die Zusammenarbeit der drei Häuser auf verschiedenen Ebenen ist weiterhin das Ziel – wenn auch nicht unter einer gemeinsamen Geschäftsführung", so der Landrat. Weiter wolle man zumindest an einer gemeinsamen Geriatrie mit dem Stadtkrankenhaus Korbach festhalten. Dem stimmt in der Pressemitteilung auch der Aufsichtsratsvorsitzende des Stadtkrankenhauses und Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich zu.

Christian Jostes: "Das Frankenberger Krankenhaus hat gute Chancen, die bestehenden Probleme zu lösen. Nun gilt es, die im Konsolidierungskonzept aufgezeigten Wege in eine positive Zukunft mutig und vor allem in einer geschlossenen Einheit von Geschäftsführung, Aufsichtsrat und den Führungskräften zu beschreiten."

Der Landkreis setzt dabei auf eine engere Zusammenarbeit mit der Vitos GmbH, die ihrer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie von Haina ans Kreiskrankenhaus verlagern will. "Wir sehen diese Entwicklung als eine große Chance und sind guter Dinge – gegebenenfalls auch in Zusammenarbeit mit Vitos – eine zukunftsfähige Lösung für das Kreiskrankenhaus Frankenberg zu finden", so Dr. Reinhard Kubat.

Schwarz, CDU: "So kann es mit dem Kreiskrankenhaus nicht mehr weitergehen"

Der bekam heute bereits vor dieser Pressemitteilung politisches Gegenfeuer. Die CDU-Kreistagsfraktion stellt eine Große Anfrage zur wirtschaftlichen Situation des Kreiskrankenhauses. Fraktionsvorsitzender Karl-Friedrich Frese: "Die Mehrheit des Kreistages hat im Dezember einer Bezuschussung des Kreiskrankenhauses zugestimmt, ohne Informationen über die tatsächliche Lage des Hauses zu haben. Verantwortungsvoller Umgang mit den originären Mitteln des Landkreises sieht anders aus."

CDU-Kreisvorsitzender Armin Schwarz: "Mögliche Konsolidierungsmaßnahmen kennen wir nur vom Hörensagen. Welche konkret geplant sind, wie und ab wann diese greifen, auch darüber lässt uns der Kreisausschuss im Unklaren. Jede weitere Verzögerung muss jetzt ein Ende haben, denn wir wollen Schaden vom Kreiskrankenhaus abwenden. Insbesondere wegen unserer Fürsorgepflicht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses kann es so nicht weitergehen. Um die Zukunftsfähigkeit nicht zu gefährden müssen die Karten jetzt auf den Tisch."

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