Geschichte hören, sehen und ausgraben

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Foto: Veranstalter

Nachbarkreis. 14 Jugendliche und Erwachsene aus acht Nationen legen im Rahmen eins Workcamps einen ehemaligen NS-Schießstand frei.

Wewelsburg. "Geschichte sehen, hören und ausgraben", lautete das Thema der internationalen Arbeitsgemeinschaft auf Zeit des Service Civil International (SCI) Workcamps im Wewelsburger Wald bei Büren.  Dort wurde ein ehemaliger Schießstand der SS freigelegt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reisten die auf eigene Kosten aus Deutschland, Irland, Spanien, Tschechien, Serbien, Ukraine, Kirgistan und Taiwan an. Sie übernachteten in Zelten an der Wewelsburg und ihre Arbeit hat sich gelohnt: Es wurden viele Fundstücke zu Tage gebracht, darunter Flaschen, Spielzeug, Patronenhülsen und sogar Sohlen von Soldatenschuhen.

Die vor 2009 gefundenen Gegenstände wie Helme, Gewehre oder auch Porzellan werden zum Teil in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg gezeigt. Die neuen Funde kommen erst einmal ins Magazin, um gesäubert und identifiziert zu werden.

Im Herbst 1933 hatte Heinrich Himmler erstmals die Wewelsburg besucht. Mit fatalen Folgen: Er zeigte sich fasziniert von dem imposanten Bau hoch über dem Almetal. Der "Reichsführer" der Schutzstaffel (SS) glaubte, den perfekten Ort für seine Pläne gefunden zu haben. Das Schloss sollte zu einem ideologischen Zentrum umgebaut werden und als Versammlungsstätte für die "Elite" der SS dienen. Für den Bau brauchte er Arbeitskräfte. Deshalb ließ er in unmittelbarer Nähe ein Konzentrationslager einrichten. Rund 3900 Menschen waren im KZ Niederhagen-Wewelsburg inhaftiert und unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen sowie Willkür und Misshandlungen ausgesetzt. Mindestens 1285 von ihnen starben. Neben dem ehemaligen KZ-Gelände, der Burg und anderen Gebäuden ist dort auch ein Schießstand zu finden. Hier fanden neben Schießübungen der SS auch Hinrichtungen durch die Gestapo statt. Nach dem Krieg wurde der Schießstand zerstört. Durch Auffüllen mit Müll und Schutt sowie Anpflanzen von Bäumen sollte er in Vergessenheit geraten, im wahrsten Sinne des Wortes Gras über die Sache wachsen.

Mehr Infos unter: www.wewelsburg.de.

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