Bis zu 87 Prozent vom Nettolohn nach vier Monaten Kurzarbeit

Die stufenweise Erhöhung des Kurzarbeitergeldes: Das Gesetz zur weiteren Abfederung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie (Sozialschutzpaket II) enthält Änderungen zur Höhe des Kurzarbeitergeldes und den Hinzuverdienstmöglichkeiten während Kurzarbeit.

Hessen - Bisher galt bereits, dass Beschäftigte 60 Prozent des während der Kurzarbeit ausgefallenen Nettolohns erhalten. Personen mit mindestens einem Kind bekommen 67 Prozent. Neu hinzu kommt die Regelung zur stufenweisen Erhöhung des Kurzarbeitergeldes.

Die gilt nun befristet bis zum 31.12.2020 und erfolgt in zwei Schritten: Ab dem vierten Bezugsmonat erhöht sich das Kurzarbeitergeld auf 70 Prozent des ausgefallenen Nettolohns und ab dem siebenten Monat auf 80 Prozent.

Für Personen mit mindestens einem Kind gilt dementsprechend eine Anhebung auf 77 Prozent bzw. 87 Prozent. Dieser erhöhte Leistungsanspruch setzt voraus, dass im jeweiligen Kalendermonat für die Person in Kurzarbeit ein Entgeltausfall von mindestens 50 Prozent vorliegt.

Diese Voraussetzungen gilt für beide Erhöhungsstufen. Dabei wird in der Berechnung der Höhe des Kurzarbeitergeldes nicht der Betrieb einbezogen, sondern die individuelle Bezugsdauer der jeweiligen Beschäftigten.

Zählung der Bezugsmonate beginnt ab März 2020 Der Referenzmonat für die Berechnung der individuellen Bezugsdauer ist der März 2020. Das bedeutet, dass die Zählung von Bezugsmonaten mit dem Monat März 2020 beginnt.

Monate vor diesem Referenzpunkt, in denen eine Person bereits Kurzarbeitergeld bezogen hat, bleiben unberücksichtigt. Das erhöhte Kurzarbeitergeld kann also frühestens ab Juni 2020 bezogen werden.

Hinzuverdienstmöglichkeiten während Kurzarbeit nicht nur in systemrelevanten Bereichen

Vom 1. Mai bis zum 31. Dezember 2020 können Personen, die während des Bezugs von Kurzarbeitergeld eine Nebentätigkeit aufnehmen, bis zur vollen Höhe ihres bisherigen Nettomonatseinkommens hinzuverdienen, ohne dass dies auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird.

Dies gilt für geringfügige Beschäftigungen ebenso wie für darüberhinausgehende Tätigkeiten. Neu ist, dass die Regelung nun für alle Branchen und Berufe ihre Anwendung findet und nicht wie vorher lediglich in den systemrelevanten Bereichen.

Das Gesamteinkommen aus noch gezahltem Arbeitseinkommen, dem Kurzarbeitergeld und dem Hinzuverdienst darf das normale Nettoeinkommen allerdings nicht übersteigen. Einnahmen, die über das bisherige Nettomonatseinkommen hinausgehen, werden vom Kurzarbeitergeld abgezogen.

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