Die Gesundheit Nordhessen will das Krankenhaus Bad Arolsen mit geringem Aufwand ausbauen

Für die medizinische Versorgung der Bevölkerung werde die Klinik im benachbarten Wolfhagen nicht mehr gebraucht. Eine Verlagerung der stationären Versorgung an das Krankenhaus Bad Arolsen ist vorgesehen, wo mit geringem Aufwand ein Ausbau möglich sei.

Bad Arolsen -  Die Gesundheit Nordhessen (GNH) steht vor einer strategischen Neuausrichtung. Betriebsbedingte Kündigungen wird es dabei nicht geben.

Vielmehr sollen die medizinische Versorgung in der Region auf hohem Niveau erhalten und die wirtschaftliche Basis des Unternehmens langfristig gesichert werden.

Der Aufsichtsrat der Gesundheit Nordhessen hat der Neuausrichtung zugestimmt. Die Stadt Kassel als Hauptgesellschafter will dafür 65 Millionen Euro beisteuern – 30 Millionen Euro aus dem Nachtragshaushalt sowie ein 35 Millionen Euro-Darlehen zur Deckung aktueller Finanzprobleme.

Mit der Neuausrichtung reagiere die GNH unter anderem auf neue gesetzliche Vorgaben und die nicht ausreichenden Fördermittel für Investitionen in Krankenhäuser. Investitionen und Vorleistung in Millionenhöhe Denn allein mit dem Neubau des Zentrums für seelische Gesundheit in Kassel und der Kreisklinik Hofgeismar stünden bei der GNH Investitionen in Höhe von 75 Millionen Euro an, die nur teilweise durch Fördermittel gedeckt seien.

Ein Problem, das alle Krankenhäuser in Deutschland betreffe, entstehe ab Januar 2020 durch das Pflegepersonalstärkungsgesetz, weil die Krankenhäuser in Vorleistung treten müssten. Für die GNH gehe es dabei um einen monatlichen Betrag von rund 2 Millionen Euro.

„Wir halten am Neubau der Kreisklinik Hofgeismar fest und werden das medizinische Konzept dafür in den kommenden Wochen noch einmal prüfen“, betont der GNH-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Knapp. Für die medizinische Versorgung der Bevölkerung werde die Klinik in Wolfhagen nicht mehr dringlich gebraucht. Eine Verlagerung der stationären Versorgung an das Krankenhaus Bad Arolsen ist vorgesehen, wo mit geringem Aufwand ein Ausbau möglich sei.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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