Nitratkarte veröffentlicht: "Politik muss tätig werden!"

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Die Karte zeigt den Anteil der Brunnen mit mehr als 50 mg/l Nitrat.

Um auf das Problem der Nitratbelastung der Grund- und Rohwässer in Deutschland aufmerksam zu machen, hat der Gewässerschutzverein „VSR“ seine neue Nitratkarte veröffentlicht. Fazit: Jeder fünfte Brunnen überschreitet den Grenzwert.

Waldeck-Frankenberg. Um auf das Problem der Nitratbelastung der Grund- und Rohwässer in Deutschland aufmerksam zu machen, hat der deutschlandweit tätige Gewässerschutzverein „VSR“ nun seine neue Nitratkarte veröffentlicht.

Der Verein ruft alle Agrar- und Umweltminister der Bundesländer dazu auf, dafür zu sorgen, dass den nächsten Generationen unbelastetes Brunnenwasser zur Verfügung steht. Am 27. November wird es eine Sitzung des Ausschusses für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrates geben. Die Messwerte der letzten fünf Jahre verdeutlichten laut VSR, dass die Politiker bisher zu wenig unternommen hätten, um die Nitratkonzentrationen im Grundwasser zu senken.

Die Karte zeigt den Anteil der Brunnen mit mehr als 50 mg/l Nitrat.

Die Nitratwerte liegen lägen bei jeder fünften Brunnenprobe über dem festgelegten Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Das Problem betraf in den vergangenen Jahren auch sechs Orte im Landkreis Waldeck-Frankenberg, wo die Nitratwerte in Grund- und Rohwässern ebenfalls den Grenzwert überschritten. In diesem Jahr wurden nun die Düngeverordnung und das Düngegesetz erneuert. Es fehlt noch die Stoffstrombilanz, die ab Januar 2018 für Betriebe mit Gülle gelten soll.

„Es besteht die Gefahr, dass bei der Gülleausbringung auch in Zukunft große Nährstoffmengen verloren gehen und im Grundwasser als Nitrat verschwinden" warnt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Massentierhaltungen führten dazu, dass viel zu viel Gülle produziert wird und letztendlich auf den Feldern landet. Die Ausbringung orientiere sich häufig nicht am Nährstoffbedarf der Pflanzen, sondern an der Notwendigkeit, die Güllelager zu leeren.

"Wir sind schockiert. Agrarpolitiker gewichten die wirtschaftlich orientierten Interessen der Agrarlobbyisten, welche die Hälfte der Stickstoffmenge im Untergrund verschwinden lassen wollen, wieder höher als die Meinung der Wissenschaftler. Diese fordern keinen Abzug in der Bilanz für in die Umwelt gelangenden Stickstoffe", so Bareiß-Gülzow. Die hohen Verluste, die man bei der Gülleausbringung zugestehen möchte, entsprächen nicht mehr dem Stand der Technik.

Viele Landwirte können bereits heute effizienter mit Gülle düngen. Sie haben eine bodennahe Ausbringungsmethode, düngen nur dann, wenn die Pflanzen die Nährstoffe auch benötigen, und kennen die genauen Stickstoffgehalte ihrer Gülle. Sie wollen das Grundwasser nicht mit Nitraten belasten und wussten schon vor Jahren, dass mit der neuen Düngeverordnung strengere Vorschriften auf sie zukommen.

Welche Maßnahmen Bad Wildungen, Bad Zwesten und das Edertal ergreifen, lesen Sie hier.

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