Gewerkschaft wächst besonders in Korbach

Korbach/Kassel. Rund 1.000 Menschen sind am Samstag zum Neujahrestreffen der IG BCE Bezirk Kassel, nach Schenklengsfeld gefahren. Das Neujahrestreffe

Korbach/Kassel. Rund 1.000 Menschen sind am Samstag zum Neujahrestreffen der IG BCE Bezirk Kassel, nach Schenklengsfeld gefahren. Das Neujahrestreffen der IG BCE ist das größte Treffen von Gewerkschaften in Nordhessen. Die Festrede hielt das IG BCE-Hauptvorstandsmitglied Peter Hausmann. Den stärksten Applaus erhielt er, als er prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Zeitarbeit anprangerte. Dem Missbrauch der Leiharbeit müsse endlich ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben werden, sagte Hausmann in Richtung der Bundesregierung. "Arbeit, die arm macht und von der man nicht leben kann, kann nicht das Ziel sein", sagte er. Es sei zudem nicht einsehbar, dass für die gleiche Arbeit unterschiedliche Entgelte gezahlt würden.

Bezirksleiter Friedrich Nothhelfer verkündete: "Wir haben rund 250 Mitglieder mehr als vor einem Jahr. Damit sei die Zahl der Mitglieder des Bezirkes um 1,2 Prozent auf 21.737 gestiegen." 50 Prozent der Neuwerbungen kommen alleine aus dem Einzugbereich der neu gegründeten Ortsgruppe Korbach, dafür bedankte sich Nothelfer ganz besonders.  

Tarifverhandlungen: Ordentlicher Zuwachs wird erwartet

Von den diesjährigen Tarifverhandlungen erwartet die IG BCE laut Hausmann "gute Zuwächse in den Portmonees der Arbeitnehmer". Die Betriebe seien in einer guten Situation und erzielten gute Gewinne. "Es gibt keinen Anlass zur Trübsal, unsere Branche steht ausgesprochen robust da." Es deute sich aber bereits an, dass die Arbeitgeber kaum bereit seien, die Gewinne angemessen mit den Beschäftigten zu teilen. Gewerkschaft und Arbeitnehmer müssten sich daher auf eine intensive Auseinandersetzung einstellen.

Wulff wird seiner Aufgabe nicht mehr gerecht

Der Gewerkschafter ging auch auf die anhaltende Diskussion um die Amtsführung von Bundespräsident Christian Wulff ein. "Der Bundespräsident als moralische Instanz, als ethische Leitfigur – dieser Aufgabe kann Herr Wulff nicht mehr gerecht werden", sagte Hausmann. Zwar könne Wulff seine Zeit im Amt absitzen. "Es wird ihn aber keiner mehr ernst nehmen." Das von starkem Applaus quittierte Fazit von Hausmann lautete: "Wenn das Amt es könnte, es würde von Herrn Wulff zurücktreten."

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