Grenzwert in Waldeck-Frankenberg überschritten: Landkreis ordnet Schutzmaßnahmen an

Am Wochenende hat auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. Zum Schutz der Bevölkerung und zur Eindämmung des Coronavirus trifft der Landkreis weitere Vorkehrungen und erlässt für das Kreisgebiet weitere Regeln, die ab Sonntag, 25. Oktober, um Mitternacht in Kraft treten.

Waldeck-Frankenberg - Am Wochenende hat auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. Derzeit zählt er 82 infizierte Personen. Damit ist die Gesamtzahl der Infektionen seit Ausbruch der Pandemie in Waldeck-Frankenberg mittlerweile auf 397 geklettert. Zum Schutz der Bevölkerung und zur Eindämmung des Coronavirus trifft der Landkreis weitere Vorkehrungen und erlässt für das Kreisgebiet weitere Regeln, die am Sonntag, 25. Oktober, um Mitternacht in Kraft treten.

Teilnahmebegrenzung und Maskenpflicht für Veranstaltungen und Feiern

Veranstaltungen jeglicher Art – ob öffentlich oder privat – sollten grundsätzlich auf ihre Dringlichkeit überprüft – und von Anfang an mit möglichst wenig persönlich Teilnehmenden geplant werden. Falls persönliche Zusammenkünfte notwendig sein müssen, sind öffentliche Veranstaltungen nur mit maximal 100 Teilnehmenden erlaubt – und dann auch nur, wenn jederzeit der Mindestabstand von 1,5 Metern und die Hygieneregeln eingehalten werden.

Darüber hinaus gilt für diese Zusammenkünfte für die gesamte Zeit – auch am Sitzplatz das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Ebenso gilt die permanente Maskenpflicht in öffentlichen Einrichtungen, bei Gottesdiensten aller Glaubensgemeinschaften, bei Trauerfeierlichkeiten, in Kirchen und vergleichbaren Räumlichkeiten. In gastronomischen Betrieben darf die Mund-Nasen-Bedeckung am Sitzplatz abgenommen werden. Für belebte Straßen und Plätze wird ein Mund-Nasenschutz empfohlen.

Ob Geburtstage, Konfirmationsfeiern, Hochzeiten und ähnliches: An privaten Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen dürfen nur zehn Personen oder zwei Hausstände teilnehmen. Finden die Feierlichkeiten Zuhause statt wird ebenfalls dringend empfohlen, diese Anzahl nicht zu überschreiten.

Kein Ausschank von Alkohol ab 23 Uhr

Weiterhin darf ab 23 Uhr im öffentlichen Raum und auch in Restaurants, Gaststätten oder Kneipen und Bars kein Alkohol mehr konsumiert beziehungsweise ausgeschenkt werden, und das bis 6 Uhr morgens.

Sportveranstaltungen ohne Publikum

Sportveranstaltungen wie Fußballspiele, Wettkämpfe und ähnliches müssen darüber hinaus ohne Publikum stattfinden. Kinder dürfen dabei aber von einem Erziehungsberechtigten, einer Trainerin oder einem Trainer oder einer Betreuungskraft begleitet werden.

Mit dem Erlass einer entsprechenden Allgemeinverfügung für diese Maßnahmen schafft der Landkreis den rechtsverbindlichen Rahmen, um die Menschen in Waldeck-Frankenberg vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus bestmöglich zu schützen und setzt dabei wie mittlerweile zahlreiche andere Landkreise die Regelungen nach dem Eskalationskonzept des Landes Hessen um.

„Am Samstag haben wir den vierten Grenzwert für die Neuinfektionen auch in Waldeck-Frankenberg erreicht und uns daher zu einem schnellen und konsequenten Handeln am Wochenende entschlossen“, begründen Landrat Dr. Reinhard Kubat und der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese die Entscheidung. „Mit den Schutzmaßnahmen, die am Sonntag hier verbindlich in Kraft treten, tun wir unser menschenmögliches, um die Verbreitung des Coronavirus in Waldeck-Frankenberg zu stoppen.“ Die Dynamik der Ausbreitung habe ein zügiges Handeln über das Wochenende notwendig gemacht.

Situation ernst nehmen, Regeln beachten

„Wir appellieren an alle Menschen in Waldeck-Frankenberg, die Situation ernst zu nehmen und sich an die Maßnahmen zu halten“, so die Kreisspitze weiter. „Wir möchten unbedingt vermeiden, dass wir den letzten Grenzwert von 75 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnende innerhalb von sieben Tagen erreichen.“ Denn dann sei man gezwungen, ähnliche Kontaktbeschränkungen wie zu Beginn der Pandemie anzuordnen.

„Einen Zustand zu erreichen, der einem Lockdown wie im Frühjahr gleichkommt, möchten wir dringend vermeiden und appellieren nochmals an die Bevölkerung, alle Regelungen zu beachten und sich darüber hinaus umsichtig, achtsam und solidarisch zu verhalten. Für uns selbst, aber vor allem zum Schutz all unserer Menschen, die uns lieb sind. Wie es weitergeht liegt einzig und allein am Verhalten jedes Einzelnen. Nur, wenn alle Achtsamkeit, Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein zeigen, wird es möglich sein, noch einschneidendere Beschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens zu vermeiden.“

Rubriklistenbild: © PantherMedia / Ronalds Stikans

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