Gute Seiten, schlechte Seiten: So finden Sie seriöse Gesundheits-Infos im Internet

Digitalisierung kann die Diagnose von Krankheiten erleichtern, neue Therapiemöglichkeiten schaffen oder bestehende Therapien ergänzen und verbessern. Doch wie steht es dabei um die Patientensicherheit?

Waldeck-Frankenberg - Viele Menschen nutzen heute das Internet, um sich vor oder nach dem Arztbesuch über Symptome, Krankheiten oder Diagnosen zu informieren. Fachportale können dabei helfen, eine Krankheit oder ein gesundheitliches besser zu verstehen oder unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten abzuwägen. Einerseits ist das dank moderner Suchmaschinentechnologie einfach und komfortabel, andererseits sagt eine Vielzahl an Treffern noch nichts über deren jeweilige Qualität aus – und nicht immer sind die ersten Suchergebnisse diejenigen mit dem größten Patientennutzen. Daher informiert das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) am heutigen Tag der Patientensicherheit darüber, was bei der Netz-Diagnose zu beachten ist und empfiehlt verschiedene Internetseiten mit Gesundheitsinformationen.

Das Bündnis rät zur Nutzung unabhängiger und seriöser Portale. Dr. Johannes Schenkel, Ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung, empfiehlt die Nutzung qualitätsgesicherter und wissenschaftlich fundierter Seiten von nicht kommerziellen und unabhängigen Anbietern. Tipp: Auf Qualitätssiegel achten. Gesundheitsseiten, die sich an bestimmte Kriterien halten, können mit Qualitätssiegeln ausgezeichnet werden. Besonders das „HON“- und das „afgis“-Zertifikat sind gute Indikatoren für die formale Eignung einer Website. Sie bieten aber keine Garantie für gute Inhalte.

Die Liste empfehlenswerter Gesundheitsinformationen im Internet konzentriert sich dabei nur auf Angebote ohne Werbung. Außerdem orientiert sich die Aufstellung an Informationen auf Basis der wissenschaftlich überprüften Medizin. Alternative Heilmethoden, die typischerweise für gesetzliche Versicherte nicht erstattungsfähig sind, werden daher kaum berücksichtigt. Wichtig: „Gute Informationen im Internet können einen wichtigen Beitrag zur partizipativen Entscheidungsfindung leisten – einen Arztbesuch werden sie allerdings in der Regel nicht ersetzen“, so Dr. Johannes Schenkel. Weitere Informationen und Beratungsangebote: www.patientenberatung.de

Diese Seiten empfiehlt das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.:

  • www.gesundheitsinformation.de: Die Seiten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erfüllen einen gesetzlichen Auftrag zur Aufklärung der Öffentlichkeit in gesundheitlichen Fragen. Die Website bietet ein breites Themenspektrum für erkrankte und gesunde Bürgerinnen und Bürger. Alle Informationen, die hier veröffentlicht werden, sind wissenschaftlich mit Quellen belegt. Das Angebot wird beständig ausgebaut und aktualisiert.
  • www.bzga.de: Das Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung umfasst Informationen über gesundheitliche Risiken, gesunde Lebensführung und präventive Angebote des Gesundheitssystems. Die BZGA ist bekannt für ihre öffentlichkeitswirksamen Kampagnen etwa zur AIDS-Aufklärung. Zu vielen Themen finden Ratsuchende daher hier auch interessant aufbereitete Informationen etwa in Form von Filmen.
  • www.aezq.de und www.patienten-information.de: Zuverlässige und sehr verständliche Patienteninformationen liefern auch die Seiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (äzq) von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung.
  • www.stiftung-gesundheitswissen.de: Die Stiftung Gesundheitswissen bietet unter Finanzierung durch die privaten Krankenversicherungen medial sehr gut aufgearbeitete evidenzbasierte Gesundheitsinformationen und verfolgt das Ziel, die Gesundheitskompetenz der Menschen zu stärken.
  • www.washabich.de: Die Seite hilft beim Verstehen des Arztbefundes. Medizinstudenten übersetzen qualitätsgesichert und kostenlos den Arztbefund in eine für Laien verständliche Sprache.
  • www.krebsinformationsdienst.de: Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ist Ansprechpartner für alle Fragen zum Thema Krebs. Er bietet verständliche und wissenschaftlich fundierte Information zum gesamten Spektrum der Onkologie.
  • www.weisse-liste.de: Die Bertelsmann-Stiftung hat zu 10 Krankheitsbildern, bei denen es mehrere Behandlungsmöglichkeiten gibt sehr gut aufgemachte Entscheidungshilfen erstellt. Ergänzt wird das Angebot um Tipps zur Vorbereitung auf den Arztbesuch. Die Weiße Liste selbst ist auch eine gute Informationsquelle zum Finden qualifizierter medizinischer Angebote vor allem im Krankenhausbereich.

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: ArtmannWitte - Fotolia.com

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