Der Aufschwung im Handwerk hält weiter an

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Die Vertreter des Handwerks kamen bei Bäcker Dirk Weber zusammen, um den Konjunkturbericht zu präsentieren.

Die Kreishandwerkerschaft und die Handwerkskammer Kassel haben in der Bäckerei Weber in Sachsenberg ihren Konjunkturbericht für das dritte Quartal vorgestellt.

Lichtenfels. In der Sachsenberger Bäckerei Weber kamen vergangene Woche Vertreter der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg sowie der Handwerkskammer Kassel zusammen, um über die Ergebnisse der Konjunkturumfrage in Nord-, Ost- und Mittelhessen im dritten Quartal 2017 zu informieren.

„Der seit 2010 währende Aufschwung hält weiter an“, eröffnete der Vizepräsident der Handwerkskammer Kassel, Johannes Schwarz. Alles in allem bewerteten knapp 87 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage positiv. „Die Betriebsauslastung liegt bei knapp 80 Prozent und gar ein Viertel aller Betriebe sind vollausgelastet“, demonstrierte Dr. Matthias Joseph von der Handwerkskammer Kassel die Ergebnisse der Auswertung.

Anhand dieser Werte kletterte der sogenannte Geschäftsklimaindex um 3,6 Punkte auf nun 133,2 Punkte, was einem Allzeithoch für das Herbstquartal entspricht. „Zum Jahresende wird die Handwerkswirtschaft aus saisonalen Gründen nur geringfügig an Tempo verlieren“, so Schwarz. Allerdings sei dieser positive Trend nicht für alle Handwerksbranchen zu verzeichnen. Gerade das Kraftfahrzeuggewerbe habe im Vergleich zu den Vorjahren schlechter abgeschnitten.

Der Fachkräftemangel bereitet den Handwerkskammern jedoch weiterhin Sorgen. Wolle man dem derzeitigen Hoch und der damit verbundenen Auftragslage Herr werden, bedürfe es gut ausgebildetem Personal. Auch Kreishandwerksmeister Ulrich Mütze zieht eine positive Bilanz für Waldeck-Frankenberg. Der Landkreis spiegele die zuvor genannten Trends wieder. Doch der Fachkräftemangel sei auch hier zu spüren. „Gerade in den Gewerben mit sehr hoher Auslastung, wie dem Baugewerbe, müssen wir mehr Auszubildende gewinnen“, so Mütze. Er sprach aber auch davon, dass man Vorgaben und Bürokratie für die Betriebe vereinfachen müsse, da gerade kleine Betriebe dies neben der Hauptarbeit bald nicht mehr leisten könnten.

Eine etwas verhaltenere Geschäftsentwicklung verzeichnete das Lebensmittelgewerbe. Für Gastgeber Dirk Weber und seine Bäckerei und Konditorei gibt es derzeit jedoch „Gott sei Dank Arbeit ohne Ende“. Der Betrieb hat sein Geschäftsvolumen in den letzten drei Jahren verdoppelt. „Wir haben die Backstube ausgebaut, die Mitarbeiterzahl auf rund 30 erhöht und eine weitere Filiale eröffnet.“ Weber ist sich sicher, dass die Entwicklung mit der Tatsache zusammenhängt, dass er auf regionale und natürliche Produkte setzt.

„Handwerk und Handarbeit sind mir sehr wichtig und ich denke, dass unsere Kunden das an unseren Produkten spüren“, sagte Weber. Immerhin, und das bestätigt auch Johannes Schwarz, ist die Bereitschaft der Verbraucher, mehr Geld für Qualitätsprodukte in die Hand zu nehmen, wieder gestiegen.

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