Hans Schäfer stand für den VfR Volkmarsen auf dem Platz

Erinnerung an Hans Schäfer: ,De Knoll’ kickte für Volkmarsen, bevor seine Fußballerkarriere richtig Fahrt aufnahm.

Volkmarsen. Hans Schäfer, eigentlich Johann mit Vornamen, wurde zu einem der bekanntesten und populärsten Fußballer der 1950er und 1960er Jahre. Beim 1. FC Köln hat er Legendenstatus.

Dort spielte der Stürmer von 1948 bis 1965, bestritt mehr 700 Spiele für den FC und erzielte dabei 501 Tore. 1954 ging „De Knoll“ (Dickkopf), so sein Spitzname, als Mitglied von Sepp Herbergers Weltmeistermannschaft nicht nur in die Fußballgeschichte ein. Auch wenn er selbst weniger Held sein wollte und das „Wunder von Bern“ nicht als solches bezeichnete, so ist sein Name untrennbar mit der sogenannten Leistung verbunden.

Am Dienstag, 7. November 2017 ist der berühmte Sportler gestorben. Was weniger bekannt ist: Hans Schäfer stand auch für den VfR Volkmarsen auf dem Platz. Noch heute erinnern sich Volkmarser an ihn.

Der aktuelle Vereinsvorsitzende Jürgen Salokat hat ihm noch vor drei Wochen über den 1. FC Köln die Glückwünsche zum 90. Geburtstag ausrichten lassen und hätte ihn gerne als Ehrengast zum 100-jährigen Vereinsjubiläum in drei Jahren in Volkmarsen begrüßt. „Das ist nun leider nicht mehr möglich“, bedauert Salokat. Es war 1947 als Hans Schäfer in Volkmarsen spielte. Um einer damals in der britischen Besatzungszone geltenden Wechselsperre zu entgehen zog es den Rheinländer nach Volkmarsen, das zur amerikanischen Besatzungszone gehörte. Auch sollte das damalige Fußballtalent besser ernährt werden, wie sich Horst Schmand erinnert.

Schließlich waren es erst zwei Jahre nach dem Weltkriegsende und die Ernährungssituation blieb selbst in den ersten Jahren der Besatzung sehr schlecht. Auf dem Lande sah es besser aus, weswegen sich viele auf die bekannten Hamsterfahrten machten. Für Schäfer gab es fortan genug zu essen. „Als er nach einem Jahr wieder ging, hatte er fast zu viel zugenommen“, schmunzelt Schmand.

Ein wenig enttäuscht ist er vom Fußballidol aber auch. Zwar konnte man 1947 klar erkennen, welches enorme Potenzial Schäfer fußballerisch hatte, doch Jahre später als Schmand an Schäfers eigener Tankstelle in Köln den Hans wieder traf, habe dieser nichts von seiner Zeit in Volkmarsen wissen wollen. „Da fühlte ich mich schon etwas vor den Kopf gestoßen und bin auch nicht der einzige, dem es so erging.“ Hans Schäfer ging als Friseurgehilfe beim damaligen Volkmarser Friseur Kramer an der Stadtmauer in die Lehre. Gewohnt hatte der Stürmer bei Funkes (Malerbetrieb).

Rubriklistenbild: © Foto: Archiv/Privat

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