Hass im Netz: Landeskriminalamt setzt auch auf Zivilcourage

+
Wer mit Hasspostings konfrontiert wird, sollte dies wie im Text beschrieben dokumentieren und anzeigen.

Wer mit Hasspostings konfrontiert wird, sollte dies wie im Text beschrieben dokumentieren und anzeigen.

Hessen- Das Bundeskriminalamt hat zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Tag der Bekämpfung des Hasspostings ausgerufen. Denn Bedrohungen, Nötigungen oder Volksverhetzung im Netz sind keine Kavaliersdelikte - je nach Straftatbestand drohen bis zu 5 Jahre Haft. In mehreren Bundesländern fanden dazu am Mittwoch Wohnungsdurchsuchungen und Vernehmungen statt. Auch die hessische Polizei ist im Bereich der Bekämpfung dieses Phänomenbereichs sehr aktiv.

Eigens hierfür wurde im Hessischen Landeskriminalamt (LKA) eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich schwerpunktmäßig mit der Bekämpfung von Hasspostings auseinandersetzt. Doch es wird auch an die Bürger appelliert. „Zeigen Sie Zivilcourage: Hassreden sollten nicht toleriert oder ignoriert werden. Eine Gegenreaktion ist ein wichtiges Zeichen für Täter und andere Nutzerinnen und Nutzer, dass solches Verhalten nicht hinnehmbar ist. Hierbei kann es hilfreich sein, den Postersteller direkt anzusprechen“, rät das LKA.

 „Fragen Sie nach, warum solche Kommentare sein müssen. Verlangen Sie gegebenenfalls nach Beispielen und Fakten für getätigte Äußerungen. Wichtig ist es, sich nicht selbst zu Beleidigungen oder Ähnlichem hinreißen zu lassen. Bleiben Sie in Ihrer Argumentation sachlich und fair. Wer unsicher ist, ob ein entsprechender Kommentar bereits strafbar ist, können Sie diesen dem Portalbetreiber, Internetbeschwerdestellen oder der Polizei melden.“

Für die Möglichkeit einer Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle sollte im Falle von Hasspostings eine genaue Dokumentation des Sachverhaltes erfolgen. Dazu gehört das Fertigen eines Screenshots des Postings, der die Inhalte dokumentiert. Dies hilft den Polizeibehörden bei der Beweisführung. Datum und Uhrzeit der Tat gilt es festzuhalten genauso das Internetportal, auf dem das Hassposting stattgefunden hat. Wichtig ist hierbei die exakte Internetadresse des betreffenden Posts (Kopie der Adresszeile des Internetbrowsers). Ohne diese Dokumentation kann eine Strafverfolgung kaum erfolgreich sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Korbach: Fast 20 Anrufe von „Falschen Polizeibeamten“

Betrüger scheitern in Korbach an informierten Bürgern. Polizei warnt erneut vor betrügerischen Anrufen von „Falschen Polizeibeamten“.
Korbach: Fast 20 Anrufe von „Falschen Polizeibeamten“

Fahrraddieb klappert in Twistetal die Garagen ab

In der Nacht von Freitag auf Samstag entwendete ein Unbekannter zwei Fahrräder aus einer Garage in Twistetal-Mühlhausen. Es besteht der Verdacht, dass der Täter noch …
Fahrraddieb klappert in Twistetal die Garagen ab

Rabiater Dieb wird zwei Tage später in Bad Wildungen festgenommen

Erfolg für die Polizei: Der Tatverdächtige, der nach dem räuberischem Diebstahl in einer Drogerie in Bad Wildungen mit Gewalt flüchten konnte, ist ermittelt.
Rabiater Dieb wird zwei Tage später in Bad Wildungen festgenommen

Drei dunkel gekleidete Männer versuchen beim Werkhof in Bad Wildungen einzubrechen

Wie die Polizei berichtet, haben drei  Männer versucht, in das Gebäude des Werkhofes in der Itzelstraße in Bad Wildungen einzubrechen.
Drei dunkel gekleidete Männer versuchen beim Werkhof in Bad Wildungen einzubrechen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.