Hebamme mit Leib und Seele: 900 Geburten in 25 Jahren

Bekannte Gesichter: Irene Rudersdorf-Wilke (l.) beim Hausbesuch bei Familie Bock in Nieder-Ense. Benedikt kam mit 4.250g im Februar zur Welt. Die Wochenbettbetreuung zu Hause vom großen Bruder Lennart vor fünf Jahren hatte sie ebenfalls übernommen.
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Bekannte Gesichter: Irene Rudersdorf-Wilke (l.) beim Hausbesuch bei Familie Bock in Nieder-Ense. Benedikt kam mit 4.250g im Februar zur Welt. Die Wochenbettbetreuung zu Hause vom großen Bruder Lennart vor fünf Jahren hatte sie ebenfalls übernommen.

Irene Rudersdorf-Wilke begleitet seit einem Vierteljahrhundert Mütter bei der Geburt.

Korbach - Kindern auf die Welt helfen ist ein wunderschöner Beruf für Irene Rudersdorf-Wilke. Die Hebamme im Stadtkrankenhaus Korbach begleitet seit einem Vierteljahrhundert Mütter bei der Geburt und hat auch ihre eigenen Kinder an ihrem Arbeitsplatz zur Welt gebracht.

„Insgesamt habe ich 900 Geburten begleitet, darunter 83 Wassergeburten“, zählt sie zusammen. Nach so vielen Jahren sieht sie einige „Kinder“ bereits zum zweiten Mal im Kreißsaal: erst bei der eigenen Geburt und jetzt Jahrzehnte später als werdende Mütter. Doch ihr Weg zur erfahrenen Fachkraft für Geburtshilfe verlief alles andere als geradlinig, obwohl sie schon immer Hebamme werden wollte. „Der Wunsch entstand, als im Alter von 8 Jahren meine jüngste Schwester auf die Welt kam“.

Doch zehn Jahre später startete die berufliche Karriere ganz anders. Sie begann im Rhein-Main-Gebiet mit einer Laufbahn im öffentlichen Dienst. Erst mit 26 Jahren war für sie klar, dass der Kindertraum umgesetzt werden muss. Sie fällt den Entschluss für eine Umschulung und sie absolviert in der Universitätsfrauenklinik Marburg/Lahn die dreijährige Ausbildung zur staatlich anerkannten Hebamme. 1995 wechselte sie ans Stadtkrankenhaus Korbach. Neben der eigentlichen Geburtshilfe im Kreißsaal sind Geburtsvorbereitungskurse, Betreuung in der Schwangerschaft und Wochenbettbetreuung zu Hause ihr Metier.

„Ich arbeite in einem der schönsten Frauenberufe“, meint die Hebamme, auch wenn die Rahmenbedingungen mehr schlecht als recht waren. Die Auswirkungen der Gesundheitsreform hat Irene Rudersdorf-Wilke in allen Facetten miterlebt. Ihr Arbeitsverhältnis im Stadtkrankenhaus begann zunächst als angestellte Hebamme, 11 Jahre war sie selbständige Beleghebamme und seit 3 Jahren ist sie wieder im Angestelltenverhältnis für die Klinik tätig. „Erlebt habe ich in den zurückliegenden 25 Jahren einiges“, deutet sie an. Die Rahmenbedingungen der Geburtshilfe unterliegen einem dynamischen Prozess und werden sich weiter verändern, dessen ist sich die Hebamme sicher. Neben der Akademisierung des Berufs mit Bachelor-Abschluss müssen sich Hebammen heute neuen Formen der Geburtshilfe stellen.

Irene Rudersdorf-Wilke, die bereits seit 11 Jahren auch Familienhebamme ist, qualifiziert sich aktuell beim Deutschen Hebammenverband in Stuttgart in einer Weiterbildung zur Leitung im Kreißsaal. Ziel sei es, allen Wünschen der werdenden Eltern gerecht zu werden und die Gesundheit von Mutter und Kind immer in den Vordergrund zu stellen.

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