Hessen bezuschusst Gewässerschutz in Bad Wildungen und dem Edertal mit 265.000 Euro

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Werner Waid (Edertal), Stephan Tent (BKW), Michael Köhler (Bad Zwesten) und Volker Zimmermann (Bad Wildungen) arbeiten auch zukünftig für sauberes Wasser zusammen.

Bis 2020 wird die BKW mit der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie betraut. Im Mittelpunkt steht die Verringerung der Nitratbelastung der Grundwässer durch landwirtschaftliche Düngung.

Bad Wildungen. Bis 2020 wird die Bad Wildunger Kraftwagenverkehrs- und Wasserversorgungsgesellschaft (BKW) mit der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie betraut. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat dazu gut 265.000 Euro zur Verfügung gestellt. Im Mittelpunkt steht die Verringerung der Nitratbelastung der Grundwässer durch landwirtschaftliche Düngung.

BKW-Geschäftsführer Stephan Tent, Bad Wildungens Bürgermeister Volker Zimmermann, Bad Zwestens Bürgermeister Michael Köhler und Erster Beigeordneter der Gemeinde Edertal Werner Waid kamen zur Vertragsunterzeichnung am 22. November im Bad Wildunger Rathaus zusammen. „Die Durchführung dieser Maßnahmen ist für unsere Region, die vom Gesundheitswesen und Tourismus lebt, besonders wichtig“, so Bürgermeister Zimmermann.

Auf einer Fläche von 3.300 Hektar werden im Maßnahmenraum „Bad Wildungen-Edertal-Bad Zwesten“ die EG- Wasserrahmenrichtlinien durchgesetzt. Das Partnerprojekt zwischen Bad Wildungen, Bad Zwesten und dem Edertal ist besonders, weil die Vorgaben im gesamten Maßnahmenraum, auch außerhalb der Wasserschutzgebiete, eingehalten werden. „Das gibt es in Hessen sonst nirgends. Diese Bestrebung ist völlig freiwillig“, betonte Tent.

Bereits seit 1989 bemüht sich die BKW in Zusammenarbeit mit den Landwirten aus Bad Wildungen und Umgebung um die Verminderung der Nitratbelastung im Großen Brunnen, die seinerzeit über dem Grenzwert lag. Nach und nach kamen mehrere Projekte, dann auch im Edertal, hinzu.1998 trat Bad Zwesten dem Projekt bei mit zwei weiteren Quellen. Bis heute ist so ein flächendeckender Maßnahmenraum entstanden.

Unter der Projektträgerschaft wird den 120 Landwirten in diesem Gebiet Beratung zur grundwasserschützenden Landbewirtschaftung angeboten. Bodenproben zur Ermittlung des Nährstoffgehaltes der Böden und darauf aufbauende Düngeempfehlungen sind hier ebenso an der Tagesordnung wie Stickstoff- bzw. Phosphor-Bilanzierungsrechnungen, Feldbegehungen, Demonstrationsversuche und Wirtschaftsdüngeranalysen. Dadurch werden die Landwirte in die Lage versetzt, möglichst viele Informationen in Ihre Bewirtschaftungsplanung einzubauen und auf dieser Grundlage sehr gezielt zu düngen.

Es entstehen weniger Überschüsse und es ergibt sich eine sinkende Belastung des Trinkwassers. Im Zeitraum zwischen 2011 und 2016 konnten so die Reststickstoffgehalte im Durchschnitt aller beprobten Ackerflächen im Maßnahmenraum von rund 52 kg N/ha auf rund 45 kg N/ha abgesenkt werden. Was zusätzlich eine Senkung der Nitratbelastung im Grundwasser bewirkt hat.

„Natürlich könnten Wasserversorger auch technische Lösungen Anstreben, doch sogenannte Denitrifikationsanlagen sind unwahrscheinlich teuer und das Grundwasser bliebe weiterhin belastet“, erklärte Tent. Neben den ökologischen Aspekten spielen auch finanzielle Auswirkungen eine Rolle. Denn die anfallenden Kosten auf die Wasserverbraucher abgewälzt.

Auch Köhler ist von den Maßnahmen überzeugt: „Wir müssen generationsübergreifend arbeiten und Gespräche auf Augenhöhe mit den Landwirten führen, anstatt Verordnungen zu erlassen.“ Um die Werte des Nitrats in Gewässern zu senken bedarf es mehrerer Jahre. Ebenso wie es Jahre dauert, die das Nitrat teilweise von den Flächen in die Gewässer braucht. Daher müsse man sich um die gesamten Flächen kümmern, nicht nur um die Brunnen- und Quellbereiche. Nur so könne man für die Zukunft handeln.

Wie sich die Nitratbelastung in Deutschland derzeit darstellt, lesen Sie hier

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