Hessen bläst früher zur Jagd: Forstleute wollen damit junge Bäume schützen

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Rehbock

Um die Wiederbewaldung zu fördern, verlängert Hessen die Jagdzeiten. Geschossen werden dürfen insbesondere einjähriges Reh- und Rotwild.

Hessen - Die Forstleute wollen damit den Wildverbiss eindämmen. Ziel sei, die großen Kahlflächen, die durch die Trockenheit und Baumschädlinge entstanden sind, schneller wieder aufzuforsten. Dem entgegen stehe die gestiegene Wildpopulation.

„Wir tun alles, um Risikofaktoren für junge Bäumchen, die zum klimastabilen Mischwald von morgen heranwachsen sollen, so gering wie möglich zu halten“, informiert Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebes HessenForst. Wildschäden gehören zu den beeinflussbaren Risikofaktoren. Deshalb hat das Land Hessen die Jagdzeiten von Rehböcken und Schmalrehen, sowie einjährigen Tieren der Arten Rot-, Dam-, Sika- und Muffelwild verlängert.

Verbiss durch Rehwild an einer jungen Fichte

Bisher durften die Tiere ab 1. Mai bejagt werden. Nun hat die Jagdzeit am 1. April begonnen. „Frisches Wildfleisch steht damit einen Monat früher als üblich zur Verfügung“, kündigt HessenForst an. Das bietet für den Verbraucher die Möglichkeit, vielleicht schon Ostern frisches Wild zu genießen. Außerdem eignet sich Wildfleisch hervorragend zum Grillen.

Gegrillte Delikatesse: Rehmedaillons

„Unsere Forstämter vermarkten Wild direkt. Darüber hinaus vermitteln sie interessierten Kunden fachkundige Helfer, die die Tiere bedarfsgerecht zerlegen“, berichtet Gerst. „Die Vorverlegung der Jagdzeit ist ein wichtiger Schritt, der die Jagd zu einem günstigen Zeitpunkt erleichtert. Das Wild ist in den nächsten Wochen besonders aktiv und wir können so die gerade frisch gepflanzten Bäumchen besser schützen“, so Gerst. „Wer also ein Stück Wild erwirbt und zubereitet, leistet sich nicht nur ein einwandfreies, naturbelassenes Lebensmittel von bester Qualität, sondern unterstützt auch den Mischwald von morgen.“

Abgestorbene Fichten bleiben vorerst stehen, wenn von ihnen keine Gefahr für die Verkehrssicherung ausgeht.

In diesem Jahr werden hunderte Hektar mit rund vier Millionen Pflanzen verschiedener Baumarten aufgeforstet. Die Knospen und frischen Triebe dieser Pflanzen stellen auf den kahlen Flächen Leckerbissen für Pflanzenfresser dar. Nicht alle Aufforstungen werden mit Zäunen gegen Wild geschützt. „Zäune bauen wir vorwiegend dort, wo Eichen aufgeforstet werden“, erklärt Michael Gerst. „Zur artenreichen Wiederbewaldung muss an nicht umzäunten Verjüngungsflächen besonders intensiv gejagt werden. Rehe gelten als Feinschmecker, sie äsen Raritäten besonders gern und tragen so zur Entmischung bei.“

Nicht viel größer als ein Stecknadelkopf, aber in Massen brandgefährlich für den Wald.

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