Hessen ruft zum Kampf gegen die Asiatische Tigermücke auf: Doch sie hat sich längst ausgebreitet

Asiatische Tigermücke
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Asiatische Tigermücke

Aus Gründen des Infektionsschutzes bittet die Hessische Landesregierung die Bürger um Mithilfe. Die Asiatische Tigermücke gilt als potenzielle Überträgerin verschiedener Krankheitserreger.

Waldeck-Frankenberg - Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) stammt ursprünglich aus Südostasien. Durch den weltweiten Waren- und Reiseverkehr kann sie sich seit Jahrzehnten global ausbreiten.

Registriert wurde sie erstmalig in Europa 1979, damals in Albanien. Etwa zehn Jahre später tauchte sie in Italien bei Genua auf. Verbreitet hat sie sich weiter über den Mittelmeerraum in Richtung Norden.

In Deutschland wurde sie bereits 2007 im Grenzgebiet zur Schweiz nachgewiesen und hat sich mittlerweile in Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen (Frankfurt am Main) angesiedelt.

Es handelt sich um eine sehr anpassungsfähige Stechmückenart. Während die Larven und Puppen der Mücken bei Temperaturen unter 11 Grad Celsius absterben, überdauern die Eier dieser Art auch Temperaturen bis zu Minus 10 Grad Celsisus.

Aus Gründen des Infektionsschutzes bittet die Landesregierung die Bürger deshalb um Mithilfe. Diese Mücke gilt als potenzielle Überträgerin verschiedener Krankheitserreger (Dengue-, Chikungunya-, West-Nil-, Zika- oder Gelbfieber-Viren). Da diese Krankheiten bei uns nicht weit verbreitet sind und das Insekt zuerst einen infizierten Menschen stechen muss, bevor sie einen anderen infizieren kann, ist das Risiko einer Übertragung gering. Es bestehe noch kein Grund zur Beunruhigung.

In Hessen ist bisher keine Infektion durch eine Tigermücke dokumentiert. In Südeuropa gibt es aber bereits Risikogebiete und Schutzimpfungen. Um die weitere Ausbreitung der Stechmücken einzudämmen, sind alle Bürger aufgerufen, den Mücken die Möglichkeit zum Brüten zu nehmen.

Jegliche unbeaufsichtigte Wasseransammlung (Blumentopfuntersetzer, Gießkanne oder Regentonne werden) auf dem Grundstück, im Garten oder dem Balkon sollte möglichst ausgetauscht (wöchentlich), vermieden oder abgedeckt werden. Das gilt besonders für die kommenden Sommer.

Weitere mögliche Brutstätten sind: Abflüsse, Teiche, Blumenvasen, Vogeltränken, alte Autoreifen, Planschbecken, verstopfte Dachrinnen sowie Wasser auf Abdeckplanen. Gartenteiche werden mit der Zeit von einer Reihe natürlicher Fressfeinde der Stechmücken, vor allem räuberischen Insekten, wie zum Beispiel Libellenlarven, Wasserkäfern und Wasserwanzen, besiedelt, welche die Stechmückenlarven auffressen. Hier, und ebenso in mit Fischen besetzten Gartenteichen, ist eine Bekämpfung von Stechmücken nicht nötig, so das Sozialministerium.

Die Asiatische Tigermücke wird als tagaktiv und stechfreudig beschrieben. Allerdings ist sie flugfaul und hält sich eher im Umkreis von 100 bis 200 Meter auf. Ein besonders auffälliges Merkmal der Tigermücke ist das schwarz-weiß gestreifte Muster am ganzen Körper und besonders gut sichtbar ist der weiße Streifen auf Hinterkopf und Rücken.

Werden Sie Mückenjäger

Eingefangene Stechmücken können zur Artbestimmung an den sogenannten Mückenatlas geschickt werden, ein Projekt des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung e.V. und des Friedrich-Loeffler-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit). Weiterführende Informationen zum Projekt sowie die Anleitung zum Einsenden der Stechmücken erhalten Sie unter https://mueckenatlas.com/.

Asiatische Tigermücke

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