Wie krank ist das denn? - Nicht anerkannte Lehrkräfte bilden medizinisches Personal aus

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Kranke Schulen - Nicht anerkannte Lehrkräfte bilden künftiges Fachpersonal aus.

Es fehlen Fachkräfte in der Altenpflege und Krankenpflege. Doch auch die Ausbildung des künftigen Pflegepersonals steht auf wackeligen Beinen.

Frankenberg. Der Fachkräftemangel bei der Altenpflege und der Krankenpflege ist eklatant. Doch es droht auch die Ausbildung langfristig zu scheitern.

An den hessischen Pflegeschulen sieht es bezüglich der Lehrkräfte finster aus. Das bringt die Anfrage der heimischen Landtagsabgeordneten Dr. Daniela Sommer an Tageslicht. Dort bleiben Stellen unbesetzt oder es gibt Ausbilder, die nicht die beste Qualifizierung haben. „Um die Ausbildung aufrechterhalten zu können und somit auch die Ausbildungskapazität, hat das Regierungspräsidium Darmstadt Ausnahmegenehmigungen erteilt“, teilt die Landtagsabgeordnete mit.

Ansonsten hätte die Schülerzahl beschränkt werden müssen, was absolut fatal wäre: Ausbildungsplätze in einer Branche streichen, die sowieso unter dem Fachkräftemangel leidet. Gleichzeitig müssen aber die verbliebenen Pflegepädagogen mehr Auszubildende betreuen, als vorgesehen ist. Das wiederum schwächt den Lernerfolg.

Sommer beklagt, dass die Reform der Ausbildung zur Verschärfung des vorher bereits bestehenden Lehrermangels geführt habe: „Für den Beruf des Pflegepädagogen muss intensiv geworben werden. Weitere Studienangebote sind sinnvoll, um den Bedarf zu decken. Derzeit ist lediglich der Master an der Universität Kassel möglich, da hat Hessen einen echten Nachholbedarf! Dennoch braucht es vor allem eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Lehrtätigkeit, ein attraktives Gehalt und eine entsprechende Infrastruktur. Insgesamt gilt für Pflegeberufe, dass ihr Image aufgebessert werden muss. Dies Berufe sind wertvoll und ihnen gebührt unser aller Anerkennung: Denn wenn wir krank und/oder alt sind, möchten wir gut versorgt werden!“

Laut der Landesregierung, die sich auf den Pflegemonitor 2017 beruft, besitzen aktuell nur noch 26 Prozent der 314 hauptamtlichen Lehrkräfte an Altenpflegeschulen einen Hochschulabschluss aus den Bereichen Pflege, Medizin oder Gesundheit. 34 Prozent sind mittels einer 400 Stunden Fortbildung qualifiziert. 11 Prozent arbeiten als Lehrkräfte, weil das Regierungspräsidium ihre andere Qualifikation anerkannte. 4 Prozent sind „nicht anerkannte Lehrkräfte“, 21 Prozent genießen Bestandschutz und 3 Prozent sind noch nicht anerkannt. Bei den Krankenpflegeschulen in Hessen arbeiten 431 hauptamtliche Lehrkräfte. Darunter auch 3 Prozent nicht anerkannte Lehrkräfte.

Den Mangel verwalten

Bei den zu besetzenden Stellen wird der Mangel verwaltet. 27 Stellen für Pflegepädagogen an Krankenpflegeschulen konnten 2016 nicht besetzt werden. Das sind mehr als die Hälfte (51 Prozent) der freien Stellen. Bei den Altenpflegeschulen blieb mehr als jede Fünfte nämlich 14 Stellen unbesetzt (21 Prozent). Und das ist keine Neuigkeit. Die Stellen komplett zu besetzen, bereitet seit Jahren Probleme.

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