Hilfe für die Heimat: Mohammad Sulati aus Frankenberg baut Brunnen in Guinea

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Hilfe für den Helfer: Lions-Präsident Markus Beil überreicht einen Scheck über 3.000 Euro an Mohammad Sulati, um ihn beim Brunnenbau in Guinea zu unterstützen.

In den vergangenen Wochen hat der 26-Jährige Mohammad Sulati in seinem Heimatdorf Dalaba einen Brunnen bohren und eine Wasserversorgung aufbauen lassen. Unterstützung kommt auch von den Frankenberger Lions.

Frankenberg - Zehn Jahre ist es her, dass Mohammad Sulati als unbegleiteter Flüchtling aus dem westafrikanischen Guinea nach Deutschland kam. Mit dem Flugzeug ist der damals 16-Jährige in Frankfurt gelandet. „Frankenberg ist meine Heimat geworden. Und das Kinderheim Schwieder meine Familie“, sagt er heute. Unendlich dankbar sei er für die vielfältige Unterstützung, die er in den folgenden Jahren erfahren durfte.

Mohammad Sulati besuchte die Realschule in Herzhausen, legte in Marburg sein Fachabitur in Sozialwissenschaften ab und startete 2013 die akademische Ausbildung an der Philipps-Universität in Marburg. Der Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung hat den Bachelor-Titel bereits in der Tasche und will nächstes Jahr die Uni mit dem Master in Erziehungs- und Bildungswissenschaften verlassen.

Seine Herkunft und vor allem die Menschen in seiner Geburtsstadt Dalaba hat Mohammad Sulati dennoch nicht vergessen. Im Gegenteil: Sie sollen an seinem neuen Leben, fast 5.000 Kilometer Luftlinie entfernt von der Heimat, teilhaben. In den vergangenen Wochen hat der 26-Jährige in seinem Heimatdorf einen Brunnen bohren und eine Wasserversorgung aufbauen lassen. Die Kosten dafür summieren sich auf 8.000 Euro. Unterstützung kam vom Lions Club Frankenberg, der 3.000 Euro beigesteuert hat.

„Die Lebensgeschichte von Mohammad Sulati ist bewundernswert“, sagt Markus Beil, Präsident des Frankenberger Service Clubs. Von dem enormen persönlichen Einsatz des jungen Mannes seien die Lions dermaßen beeindruckt gewesen, dass sie ihn gerne unterstützt haben.

Mehr als 2.000 Menschen leben in Dalaba. Sie beziehen ihr Trinkwasser aus einer Quelle nahe dem Ort, die hierzulande wohl eher als Pfütze bezeichnet werden würde. Und diese spendet nicht einmal immer Wasser, und wenn doch, dann ist es häufig verschmutzt. Die nächste Quelle ist mehr als eine Stunde Fußmarsch entfernt.

„Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation ist staatlicherseits keine Hilfe zu erwarten“, sagt Mohammad Sulati. Deshalb ist er selber aktiv geworden. Gemeinsam mit seinen Eltern, die in Dalaba leben. Dort hat er einen Brunnen bohren lassen, rund 110 Meter tief. 30 Tage wurde gebaut. Um dauerhaft sauberes Trinkwasser für die Menschen bereitzustellen, wurden Tanks angeschlossen. Per Pumpe werden sie gefüllt – sofern Strom verfügbar ist. Dies ist häufig nur nachts der Fall. Sein Vater übernimmt deshalb den „Wasserdienst“. Von Mitternacht bis sechs Uhr in der Früh läuft die Pumpe. Dann füllt er die Eimer und Kanister mit Wasser, die die anderen Dorfbewohner am Vortag abgegeben haben.

„Ich bin glücklich, dass ich den Menschen helfen konnte“, sagt Mohammad Sulati. Er hat die Brunnenbohrungen zur Hälfte aus eigener Tasche gezahlt. Der Rest kam von Förderern wie dem Lions Club. Ursprünglich hatte Mohammad Sulati den Brunnen zwischen zwei Dörfern errichten lassen wollen – damit noch mehr Menschen Zugang zum Frischwasser haben. Aufgrund des fehlenden Stromanschlusses entstand schließlich zunächst nur in seinem Heimatdorf der Brunnen. Doch die Mission ist noch nicht beendet.

Sollten sich weitere Menschen dazu entschließen, das außergewöhnliche Projekt in Westafrika mit Spenden zu unterstützen, würde der 26-Jährige einen zweiten Brunnen im Nachbardorf errichten lassen. Wer die Arbeit von Mohammad Sulati unterstützen möchte, kann den Kontakt über den Lions Club Frankenberg suchen. Ansprechpartner ist Präsident Markus Beil. Email: m.beil@autohaus-beil.de oder Telefon: 06451/72540.

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