Vergewaltigte Frauen finden Hilfe in Frankenberg

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Verantwortlich für das Programm: Kreisfrauenbeauftragte und Projektverantwortliche Beate Friedrich, Kathrin Mika und Chefarzt Dr. med. Volker Aßmann.

Frauen finden nach einer Vergewaltigung medizinische Soforthilfe im Kreiskrankenhaus Frankenberg. Dafür wurde eigens ein Hilfsprogramm gestartet.

Frankenberg. Vergewaltigungen sind nicht nur grausame Verbrechen, sondern auch medizinische Notfälle. Aus diesem Grund hat sich das Kreiskrankenhaus Frankenberg vor rund einem Jahr dazu entschieden, das Programm „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ zu starten.

Das Programm soll neben der medizinischen Akutversorgung und der „Pille danach“ auch die Möglichkeit zur Sicherung der Spuren bieten. Die betroffenen Frauen stehen unter Schock und wissen häufig nicht, an wen sie sich wenden sollen. Viele sehen sich nicht in der Lage das Verbrechen bei der Polizei zur Anzeige zu bringen.

„Die Frage, ob Anzeige erstattet wird, beantworten Frauen oftmals erst, nachdem der er Schock überwunden ist“, sagt Dr. Volker Aßmann, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie & Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus. Um im Nachhinein trotzdem das Verbrechen zur Anzeige zu bringen ist die Spurensicherung ganz wichtig. Die Täter hinterlassen in fast allen Fällen DNA-Spuren anhand derer sie identifiziert werden können und die als Beweismittel dienen.

„Die Frauen können dann einfach zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob sie rechtliche Schritte einleiten wollen“, sagt Ärztin und Projektkoordinatorin Kathrin Mika. Sollten sich die Frauen dazu entscheiden, die Spuren sichern zu lassen, werden diese für ein Jahr im Institut für Rechtsmedizin in Gießen verwahrt.

Bisher wurde die medizinische Soforthilfe vereinzelt in Anspruch genommen. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg liegt die Anzahl der zur Anzeige gebrachten Vergewaltigungen für 2016 bei 21, 2015 waren es 24. Die Dunkelziffer bei Vergewaltigungen ist laut Pressemitteilung des Krankenhauses jedoch nach wie vor hoch.

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