Zum Literarischen Frühling kündigen sich auch in diesem Jahr hochkarätige Autoren an

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Monika Maron und Wolfgang Kraushaar.

Monika Maron und Wolfgang Kraushaar wollen das Programm des Literarischen Frühlings bereichern. Beide sind seit vielen Jahren dafür bekannt, politische Missstände zu durchleuchten - sei es das DDR-Regime oder die 68er Bewegung.

Waldeck-Frankenberg. Zum „Literarischen Frühling“ werden hochkarätige Autoren erwartet.

So wird am Samstag, 21. April, die Schriftstellerin Monika Maron zu Gast sein, die in einem neuen, turbulenten Roman „ein Stimmungsbild unserer Zeit“ entwirft, wie der Fischer-Verlag schreibt. Zudem erwarten die Veranstalter, drei Hotels aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg, den Politikwissenschaftler und Historiker Wolfgang Kraushaar, der als „der“ Experte für die Zeit der Studentenrevolte von 1968 gilt.

Der Forscher, der aus Nordhessen stammt, beleuchtet in seinem neuesten Buch, das im Frühjahr passend zum 50. Jahrestag dieses Schlüsseljahres erscheint, „die blinden Flecken der 68er Bewegung“. Monika Maron, die als Stieftochter eines hohen SED-Funktionärs bis 1988 in der DDR lebte und dann nach Hamburg übersiedelte, wurde 1981 mit ihrem ersten Roman „Flugasche“ bekannt.

Er setzte sich am Beispiel des Chemie-Standortes Bitterfeld kritisch mit den Umweltkatastrophen und dem Regime in der DDR auseinander und konnte deshalb nur im Westen erscheinen. In jüngerer Zeit hat die Autorin sich wiederholt auch kritisch über Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußert und den Meinungsdruck der westdeutschen Linken beklagt, die ostdeutsche Bürger wegen deren hoher Zustimmung zur AfD als „Abgehängte“ diffamierten.

Wolfgang Kraushaar, geboren in Niederurff, einem Ortsteil von Bad Zwesten, absolvierte seine Gymnasialausbildung in Fritzlar und studierte ab 1968 an der Universität Frankfurt am Main, wo er 1974/75 Vorsitzender des Allgemeinen Studenten-Ausschusses war. Von 1987 bis 2015 war er am Hamburg Institut für Sozialforschung tätig. Ausgiebig erforschte er die 68er Bewegung und die aus ihr hervorgegangenen linksterroristischen Gruppen, erst jüngst veröffentlichte er dazu das Buch „Die blinden Flecken der RAF“.

Die Organisatorin des „Literarischen Frühlings“, Christiane Kohl, konnte außer diesen beiden zusätzlichen Autoren auch prominente Moderatoren für das Festival gewinnen. Neben dem Literaturkritiker Denis Scheck ist dies unter anderen der langjährige ZDF-Moderator Wolfgang Herles. Eine Lesung aus dem Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde wird von Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant Matthias Faltz aus Marburg in Szene gesetzt – eine ironische Anspielung auf das Chaos bei den Tories in London wegen des Brexit-Prozesses.

Als weiterer Gast aus der Region hat der Komponist und Schlagwerker Olaf Pyras aus Gudensberg im Schwalm-Eder-Kreis seine Teilnahme zugesagt. Der vielfach ausgezeichnete Musiker präsentiert gemeinsam mit dem Frankfurter Theater- und Aktionskünstler Michael Quast am Donnerstag, 19. April, in Metzen Altem Kuhstall in Ellershausen eine literarische Revue über die Poesie der Insekten.

Mit Prosatexten und Gedichten ruft Michael Quast das derzeit beobachtete Verschwinden der Insekten ins Bewusstsein, Olaf Pyras unterstützt ihn dabei mit akustischen Mitteln und imitiert auf verschiedenste Weise die Geräusche, die Insekten erzeugen. Zu den weiteren Gästen des „Literarischen Frühlings 2018“ gehören, wie bereits angekündigt, der Lyriker Jan Wagner, der Schauspieler Walter Sittler, die Romanautorinnen und –autoren Petra Morsbach, Tanja Kinkel, Hans Pleschinski und Petra Reski, sowie der Wissenschaftsautor und FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube und der Bestsellerautor Jürgen Neffe.

Auch Friedrich Christian Delius, der gemeinsam mit Mario Adorf die Schirmherrschaft des Festivals innehat, präsentiert wieder ein neues Werk, das diesmal auch Eindrücke seiner Jugendzeit aus Korbach verarbeitet. Delius war in Korbach bis zum Abitur als Sohn des evangelischen Pfarrers aufgewachsen. Das detaillierte Programm des „Literarischen Frühlings 2018“ ist auf der Website www.literarischer-fruehling.de nachzulesen. Dort können auch Eintrittskarten reserviert werden.

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