Instrument der Befristung verantwortungsvoll nutzen

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Nordhessen. Der Bezirksverband der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) Nordhessen zeigt sich besorgt über die hohe Zahl befristeter Ne

Nordhessen. Der Bezirksverband der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) Nordhessen zeigt sich besorgt über die hohe Zahl befristeter Neueinstellungen auf dem Arbeitsmarkt. "Befristungen dürfen nicht als verlängerte Probezeit oder willkürlicher Flexibilitätspuffer missbraucht werden", findet der Vorsitzende Pierre Brandenstein. Beinahe jede zweite Neueinstellung ist befristet und jedes zehnte sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnis. "Nur stabile Arbeit schafft finanzielle Sicherheit und Lebensperspektiven. Deshalb brauchen Beschäftigte verlässliche Jobs", meint Brandenstein. Besonders betroffen sei die junge Generation: "Wie sollen sich unsere Kinder und Enkel für Ehe und Familie entscheiden, wenn ihre Arbeitsverträge ein Verfallsdatum haben?".

Nach aktuellen Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben 9,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Deren Zahl ist zwischen 2001 und 2011 von 1,7 auf 2,7 Millionen gestiegen. Der Anteil der Befristungen schwankt nach Branchen: Während er bei Dienstleistungen oft hoch ist, spielen befristete Jobs im produzierenden Gewerbe eine untergeordnete Rolle. Befristungen kommen besonders häufig in Erziehungsberufen, im Gesundheitswesen und im Gastgewerbe vor. Bei den Neueinstellungen liegt die Befristungs-Quote bei Frauen mit 49 Prozent noch höher als bei Männern (42 Prozent). In der öffentlichen Verwaltung sind nach den IAB-Daten zwei Drittel der Neueinstellungen befristet. Das ist eine Entwicklung, die der Bezirksverband mit Sorge betrachtet.

"Die Arbeitgeber müssen das Instrument Befristung verantwortungsvoll nutzen", fordert Brandenstein und nimmt vor allem die öffentlichen Arbeitgeber in die Pflicht. Wenn sich nichts ändere, müsse die Politik die gesetzlichen Regelungen auf den Prüfstand stellen. Zwar gebe es sinnvolle Befristungen, zum Beispiel bei Projekten oder Schwangerschaftsvertretungen. Ein Großteil erfolge aber ohne Sachgrund. "Es gibt eben auch eine erhebliche Anzahl von Kettenbefristungen, bei denen Beschäftigte über Jahre immer wieder befristet eingestellt werden. Das zermürbt und muss ein Ende haben".

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