Kahlhöfer oder Isken? Die Vöhler haben am 26. Mai die Wahl

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Karsten Kahlhöfer (l.) und Frank Isken kandidieren für die Wahl als Vöhler Bürgermeister.

In einer Woche entscheidet sich, wer der neuen Bürgermeister von Vöhl wird. Wir stellen die Kandidaten und ihre Programme vor.

Vöhl - Am 26. Mai wird europaweit das EU-Parlament gewählt, in Vöhl dürfen die Wählerinnen und Wähler noch zusätzlich über ihren zukünftigen Bürgermeister entscheiden. Zur Wahl stehen Frank Isken aus Lichtenfels-Neukirchen und Karsten Kalhöfer aus Vöhl-Niederorke.

Beide bringen jede Menge Gemeinsamkeiten mit, zum Beispiel Erfahrungen in der Kommunalpolitik: Isken sitzt für die FDP schon lange im Lichtenfelser Stadtparlament, Kalhöfer ist in der Gemeindevertretung von Vöhl aktiv, selbst parteilos, aber mit Mandat der SPD und als Ortsvorsteher in Niederorke. Beide sind verheiratet und haben jeweils zwei Kinder, stammen aus landwirtschaftlichen Betrieben und interessieren sich für landwirtschaftliche Maschinen.

Auch beim Thema Haushalt sind sie sich prinzipiell einig: Keine neuen Schuldenberge und gezielte nachhaltige Investitionen. Beide wollen in Zukunft mehr „Fördertöpfe“ anzapfen für Investitionen in der Großgemeinde. Den Tourismus rund um den Edersee wollen sie in Zukunft mit allen Anrainern gemeinsam betreiben. Beide stammen sie aus Lichtenfels, beide zieht es als Bürgermeister nach Vöhl.

Isken würde sich nicht gerne in der Gemeinde als Bürgermeister bewerben, in der er wohnt und aufgewachsen ist, obwohl dort in Kürze ein Platz frei wird: Zu viele persönliche Beziehungen. Die Nachbargemeinde Vöhl kenne er aber sehr gut, sagt er. Karsten Kalhöfer ist in Lichtenfels-Rhadern aufgewachsen. Auch er fühlt sich Vöhl sehr verbunden, weil er dort arbeitet und vereinsmäßig aktiv ist und nicht zuletzt durch seine politische Arbeit. Isken wird offiziell von der CDU und der FPD unterstützt, Kalhöfer von der SPD, den Grünen, der FWG und der Linkspartei.

Digitalisierung und Mobilität voranbringen

Frank Isken ist 50 Jahre alt, nach Schulabschluss, Ausbildung und Bundeswehr ist er in der IT- Branche gelandet. Aktuell arbeitet er in leitender Funktion. So setzt er auch bei seinem Zukunftsprogramm für die Großgemeinde Vöhl auf Digitalisierung in allen Bereichen in „Echtzeit“. Dies und die Verbesserung der Mobilität solle Vöhl zur „Modell-Kommune“ machen. Auch eine „Vöhl-App“ könnte dabei im Angebot sein.

Vor allem die Attraktivität Vöhls als Wohn-, Arbeits- und Urlaubsort möchte er stärken. Das funktioniere unter anderem mit der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, Kinderbetreuung, Erfüllung von Bildungsaufträgen und Förderung des Vereinslebens. Isken setzt dabei auf den Einsatz aller Generationen und die Stärkung des Ehrenamts. Die Wirtschaftsförderung, beispielsweise neue Marketingstrategien, Anreize für Start-Ups und Betriebe will er zur Chefsache machen. Von höheren Gewerbesteuereinnahmen würde die Gemeinde profitieren.

Die Vereinbarkeit von Nationalpark, Naturschutz und Tourismus soll die Wertschöpfung der Region verbessern. Alles in allem verrät er uns, dass nichts bei ihm ohne Plan und Struktur geht: „Ich bin es aus meinem Beruf gewöhnt, analytisch zu denken und Strategien zu nutzen, die nachhaltig sind.“

Familien anwerben und Tourismus stärken

Karsten Kalhöfer ist 46 Jahre alt, hat nach dem Abitur ein duales Studium bei der hessischen Justiz absolviert und anschließend als Rechtspfleger gearbeitet. Seit 2000 ist er als Gerichtsvollzieher tätig. Er lebt gerne in Vöhl und ist hochmotiviert, die Gemeinde voranzubringen. „Ich bin schon immer vorausgegangen.“ Durch Abwanderungen sei die Steuerkraft der Gemeinde zuletzt stark geschwächt gewesen. So sei es eine Herausforderung für die Zukunft, dem Bevölkerungsschwund entgegenzuwirken, junge Familien anzuwerben und auch für Ältere attraktiv zu sein.

Einen „Bürgerbus“, der Bedürftige zum Einkaufen transportiert, hält er hierfür für eine gute Einrichtung. Auch Zuschüsse von außerhalb der Kommune für neue Investitionen seien zu suchen und zu finden. Für den Tourismus sieht er nicht in den großen Projekten die alleinige Lösung, gerade mit kleinen Anlaufpunkten könne man mehr Attraktionen schaffen. So wäre auch ein Ziel, längere Besucheraufenthalte zu schaffen, auch durch „Indoorangebote“ für Ältere und Behinderte.

„Dorfmoderation“ heißt für Kalhöfer, die Zusammenarbeit mit den Gewerbetreibenden zu intensivieren und alle Generationen dabei mitzunehmen. Eine umweltbewusste Landwirtschaft möchte er fördern und mit ihr kooperieren und das Vereinsleben weiter unterstützen.

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