ITS: Anfragen um mehr als 25 Prozent gestiegen

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Im vergangenen Jahr wandten sich mehr als 15.000 Menschen an den International Tracing Service (ITS), um Auskünfte über NS-Verfolgte zu erhalten.

Bad Arolsen. Die Klärung des Schicksals von Verfolgten des NS-Regimes, die Suche nach Familienangehörigen sowie die Erteilung von Auskünften an Überlebende und Familienangehörige von NS-Opfern zählt zu den bedeutenden Aufgaben des International Tracing Service (IST) in Bad Arolsen. Wie aktuell und wichtig diese Arbeit auch im 70. Jahr nach der Befreiung 1945 war, belegen die Zahlen aus dem Jahr 2015, die Floriane Hohenberg als neue Direktorin jetzt bekannt gab. Die Anfragen an den ITS stiegen von 12.100 im Jahr 2014 auf rund 15.500 an.

Dafür gibt es verschiedene Gründe: Für die Anfragenwelle von Überlebenden der NS-Verfolgung sind Renten für bisher ausgeklammerte Opfergruppen zu nennen. Durch eine Änderung in der polnischen Gesetzgebung erhalten nun auch jene jüdischen NS-Verfolgten Renten, die zur Zeit der Verfolgung in Polen waren, seitdem aber außerhalb des Landes leben. Auch die Reform der Ghettorenten, die nach einer Schätzung der Deutschen Bundesregierung für circa 40.000 noch lebende Ghettoarbeiter bedeutsam ist, sorgte für deutlich vermehrte Anfragen. Floriane Hohenberg erklärte, dass die Auskünfte über die Schicksale dieser hochbetagten Menschen beim ITS auch 2016 mit oberster Priorität behandelt werden, damit sie umgehend ihre Rentenanträge stellen können.

Die Anfragen an den ITS kamen 2015 aus 77 Ländern. Rund ein Viertel stammt aus Deutschland, danach kommen die Russische Föderation, Polen, die USA sowie Frankreich. Auch Menschen aus China, Indien, dem Irak, Japan, Kenia, Namibia und Palau wandten sich an den ITS.

Außerdem konnte der ITS eine erste Bilanz über die Nutzung des Online-Archivs vorlegen, in dem seit Oktober 2015 drei ausgewählte Bestände für den weltweiten Zugriff bereitgestellt wurden. Bis Dezember hatten bereits über 36.000 Nutzer mit den veröffentlichten Beständen gearbeitet.

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