Jährlich grüßt das Wasseramt

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Hallo liebe Leserin,hallo lieber Leser,da haben wir es wieder: Seit Jahrzehnten kennen alle die Probleme um die Pegelstände am Edersee im Spätsommer

Hallo liebe Leserin,hallo lieber Leser,

da haben wir es wieder: Seit Jahrzehnten kennen alle die Probleme um die Pegelstände am Edersee im Spätsommer und scheinen doch jedes Jahr wieder erneut überrascht. Das Gefeilsche um Kubikmeter und Pegelstände nervt schon ziemlich, Übereinkünfte werden getroffen und wieder gebrochen. Auch der Ausgang ist stets von vorneherein klar, denn im August stehen sowieso alle wieder auf dem Trocknen: die Ederseenutzer, wie auch die Weseranrainer gleichermaßen. Mal ein paar Wochen früher, mal ein paar Tage später.Dieses Jahr fiel die Empörung verständlicherweise heftiger aus, nicht über die Wasserabgabe im Allgemeinen, sondern über den konkreten Anlass.Klar ist: die Lichter beim Fest in Bodenwerder gehen auch bei weniger Wasser nicht aus, und auch das Höhenfeuerwerk funktioniert ohne Wasser. Lediglich ein paar Schiffe weniger sind unterwegs. Man kann dies sicher  verschmerzen.Bei allem Hin und Her scheinen Weitblick und sensible Kommunikation nicht zu den Stärken des Wasser- und Schifffahrtsamts zu gehören. Auch sitzt das Amt nun mal an der Weser und nicht am Edersee.So geht wassersportlich am Edersee mittlerweile kaum  etwas. Dies ist mit erheblichen Einbußen für den Tourismus verbunden, auch ökologische Folgen sind nicht ausgeschlossen.Fairerweise darf nicht unerwähnt bleiben, dass auch die Menschen an der Weser auf den Tourismus setzen, und das Wasser für den Fluss vor ihrer Haustüre nun mal zum Teil aus dem Edersee kommt, dazu war er ursprünglich gebaut worden.

Ein schier unlösbarer Konflikt?

Allerdings stammen die entsprechenden Nutzungsbestimmungen noch aus der Kaiserzeit, Wilhelm II war eben ein Fan der Schifffahrt. So stehen touristisch-wirtschaftliche Interessen auf der einen Seite touristisch-wirtschaftlichen Interessen auf der anderen gegenüber. Immerhin haben die Ederseegemeinden in den letzten Jahren touristisch auch mächtig aufgerüstet, obwohl die Misere mit den Wasserständen bekannt war.Es ist ein deutliches Signal, wenn sich die Betroffenen zu einer Kundgebung treffen und den demonstrativen Schulterschluss üben.Landrat, Bürgermeister und Politiker aller Parteien haben sich in die Reihe der Empörten eingereiht.Ein großer runder Tisch aller Betroffenen scheint dann zügig angesagt, unter Beteiligung der Politik, und ein verlässliches Konzept ist längst überfällig, das Termine und Werte festschreibt. Mit Sicherheit gehört dazu Kompromiss-bereitschaft von allen Seiten. Fatal wäre es, wenn sich die Ederseeanrainer wieder untereinander aufmischen und Vorschläge sofort in der Luft zerreißen. Das können einige um den Edersee herum ganz gut. Und vielleicht denkt man derweil jeweils vor Ort schon einmal über alternative touristische Inwertsetzung und Vermarktungsstrategien der Restpfützen nach. Die Region um den Edersee kann mit einzigartigen Stärken punkten: Knorreichensteig, Wildtierpark, Baumwipfelpfad, Maislabyrinth, Nationalpark, um nur einige zu nennen. Ein Weltnaturerbe kommt auch ohne Vollstau aus. Zumindest Wanderer, Spaziergänger, Fahrradfahrer, Filmemacher und Fotografen finden derzeit schon einmal Gefallen an der Urstromlandschaft.

Herzlichst,Euer Hermelinredaktion@eder-diemel-tipp.de

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