200 Jahre Kupferbergbau in Goddelsheim

Goddelsheim. Knappen gibt es heute in Goddelsheim nicht mehr. Vor 300 Jahren war das ganz anders. 102 Hauer, Haspelknechte, Karrenläufer und Pucher s

Goddelsheim. Knappen gibt es heute in Goddelsheim nicht mehr. Vor 300 Jahren war das ganz anders. 102 Hauer, Haspelknechte, Karrenläufer und Pucher sind im Knappschaftsverzeichnis von 1740 namentlich aufgeführt. Hinzu kam eine sicher nicht unerhebliche Anzahl an Fuhrleuten, Köhlern und Helfern. Der Goddelsheimer Kupferbergbau hatte seine Blütezeit erreicht. An vielen Stellen in der Gemarkung wurde Kupferschiefer unter und über Tage abgebaut.

Im Unterschied zu Adorf, Goldhausen oder Itter war der Bergbau in Goddelsheim fast völlig in Vergessenheit geraten. Grund genug für den Verein zur Erhaltung alten Kulturgutes Goddelsheim, sich des Themas anzunehmen.Der frühere Vorsitzende der Bezirksgruppe Lichtenfels des Waldeckischen Geschichtsvereins, Jürgen Dunkelmann, nahm sich die geschichtliche Aufarbeitung des Goddelsheimer Kupferbergbaus vor und fasste seine Forschungsergebnisse in einem kleinen Buch mit dem Titel "Kupfer, Knappen und Konflikte" zusammen.Dunkelmann schildert, dass bereits seit Ende des 16. Jahrhunderts zunächst sporadisch, dann aber zunehmend kontinuierlich Kupferschiefer in Goddelsheim abgebaut und verhüttet wurde. Das war für die Bevölkerung gut und schlecht zugleich. Natürlich brachte es Arbeit und bescheidene wirtschaftliche Prosperität. Großer Holzverbrauch, starke Beanspruchung der Wege, Landverbrauch, soziale Umstände sowie die Belastung des Heimbachs durch die Kupferwasche führten aber auch zu vielen Konflikten zwischen Bergwerksbetreibern, Knappen und bäuerlicher Gemeinde. Der Autor beschreibt und belegt das sehr unterhaltsam an vielen Beispielen. 1790 wird das Kupferbergwerk eingestellt, die Kupferhütte aber zunächst noch weiterbetrieben. Eine Wiederbelebung im Jahre 1935 scheitert.Das Buch inspirierte den Vorsitzenden des Kulturvereins, Reinhard Weber, und seinen Kameramann Torben Schott. Es müsse doch noch Zeugnisse und Überbleibsel dieser immerhin gut zwei Jahrhunderte währenden Episode der Goddelsheimer Geschichte geben, dachten sich die beiden. Sie machten sich auf zu einer kleinen Forschungsreise, interviewten Einwohner, besuchten historische Schauplätze, fragten Fachleute und beschäftigten sich mit technischen Fragen der Kupferverhüttung. Torben Schott hat aus dem Material einen dreiviertelstündigen Film geschnitten, der auf einer DVD Platz findet.Buch und DVD sind exklusiv im EDEKA-Markt Knipp in Goddelsheim erhältlich. Telefonische Bestellungen bei Reinhard Weber sind unter Tel. 05636/1409 möglich.

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