40 Jahre Radarfalle

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Waldeck-Frankenberg. Ein Blick auf die Historie der Polizei im Landkreis Waldeck-Frankenberg zeigt, dass im Jahr 1969, die mobile Geschwindigkeitsmessung im Landkreis Waldeck Einzug hielt.Den gebruchlichen Begriff Radarfalle hren die Beamten aber nicht gern. Das sei die falsche Bezeichnung. Von einer Vorrichtung zum Fangen knne nicht die Rede sein.

Als polizeilich richtige Bezeichnungen gelten: Geschwindigkeitsmessung mittels a) Verkehrsradar, b) Lichtschranke, c) Lasermessgert.Die Beamten der ersten Stunde, die mit den Radarmessungen im Landkreis begannen, befinden sich altersbedingt nicht mehr im Dienst.Polizeioberkommissar Bruno Peyker aus Korbach, seit 2004 im Ruhestand, erinnert sich aber noch gut an die Einfhrung der Geschwindigkeitsmessung im Jahr 1969. Er stie in diesem Jahr zur Verkehrsgruppe, die anfnglich nur fr den Altkreis Waldeck zustndig war. Das Polizeikommissariat Frankenberg griff in dieser Zeit noch auf das Messgert der Autobahnstation in Kassel zurck. Mit der Zusammenlegung der Altkreise zum Landkreises Waldeck-Frankenberg ergab sich fr den Verkehrsdienst nun eine Zustndigkeit fr die beiden Polizeikommissariate in Korbach und Frankenberg, dem Bereich der jetzigen Polizeidirektion.

Er berichtet, dass es sich anfangs um ein groes, aufflliges Messgert handelte, das auf der Beifahrerseite eines VW-Busses fest installiert wurde. Spter kam eine portable Einrichtung auf einem Stativ hinzu, die auch flexibel auerhalb des Fahrzeuges aufgestellt werden konnte.So ertappte Peyker mit seinen Kollegen so manchen Raser und musste sich oft die Ausrede anhren, dass man wegen eines wichtigen Termins zu schnell gefahren sei. Manche Fahrer gaben sich auch blind und behaupteten, das Ortsschild nicht gesehen zu haben und dies, obwohl sie sich bereits mitten im Ort befanden.Mit der technischen Weiterentwicklung wurden die Messgerte nicht nur erheblich kleiner, sondern auch genauer. Ein digitales Display ersetzte die Zeigeranzeige und lie vor Ort bereits eine genaue Aussage zu.Frher folgte fters kurz hinter den Messstellen das Anhalten der zu schnellen Fahrzeuge.Dies geschieht heute eher weniger, berwiegend erhalten die Betroffenen nach einigen Wochen den Bescheid ber die Geschwindigkeitsbertretung und die Folgen.

Negativ-Rekorde & Kurioses

Zu den hchsten Geschwindigkeitsberschreitungenzhlen die Geschwindigkeit bei einem Pkw der bei erlaubten 50 km/h in Bad Arolsen-Massenhausen Anfang der 70er Jahre mit 148 km/h gemessenwurde.Zu einer der hchsten gemessenen Geschwindigkeiten berhaupt gehrte ein Motorrad, dass 2001 auf der Umgehungsstrae (B 251/252) von Korbach mit 209 km/h unterwegs war, erlaubt waren 100 km/h.Ein Pkw stand dem kurze Zeit spter auf derselben Strecke mit gemessenen 196 km/h nicht viel nach. Auch landwirtschaftliche Fahrzeuge knnen zu schnell fahren. So wurde eine Zugmaschinen mit Anhnger, die regulr nur 25 km/h fahren durfte (wenn er eine Zulassung gehabt htte), mit 42 km/h gemessen.

Vom Kopfschtteln, Zeigen des Stinkefingers, Hupen, Beleidigungen, aber auch schon bei der frhzeitigen Entdeckung der Messstelle Vollbremsungen mit quietschenden Bremsen und qualmenden Reifen gingen die Reaktionen. Es gibt aber auch sehr viel Einsicht und Akzeptanz bei den Ertappten. Besonders positive Reaktionen kommen verstndlicherweise von den Anwohnern der berwachten Streckenabschnitte.Bruno Peyker erinnerte sich an zwei besondere Reaktionen bei erwischten Rasern: So warf ein gemessener und anschlieend angehaltener Pkw-Fahrer vor Wut sein aus dem Mund entnommenes Gebiss den kontrollierenden Beamten vor die Fe.Ein weiterer drehte um und kehrte zur Messstelle zurck. Dort zeriss er vor den Augen der verdutzt schauenden Beamten seinen Fhrerschein. Anschlieend bergab er ihnen die Schnipsel mit der Bemerkung: Den brauche ich jetzt nach der hohen berschreitung sowieso nicht mehr.

Eine weitere Kuriositt stellte Mitte der 80er Jahre ein auf der Bundesstrae 253 in Hundsdorf fotografierter Lkw dar, der scheinbar ohne Fahrer unterwegs war. Zumindest war bei der Bildbetrachtung fr die auswertenden Beamten auf dem blichen Fahrerplatz weder Fahrer noch Lenkeinrichtung zu erkennen. Des Rtsels Lsung: ein Milchsammelfahrzeug war mit Rechtslenkung ausgestattet. Seine rechte Sitzposition auf dem vermeintlichen Beifahrersitz sowie das Lenkrad wurden durch die eingeblendete Geschwindigkeitsmessung abgedeckt. Der nicht erkennbare Fahrer konnte trotzdem ermittelt und verfolgt werden.

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