„Jeder Name zählt...!“ - Schüler helfen Arolsen Archives bei Datenerfassung

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Für den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar planen die Arolsen Archives unter dem Titel „Jeder Name zählt...!“ ein besonderes Projekt.

Bad Arolsen - Für den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar planen die Arolsen Archives unter dem Titel „Jeder Name zählt...!“ ein besonderes Projekt: Schüler aus über 20 Schulen in Hessen werden für einen Tag zu Mitarbeitern der Arolsen Archives. Aus Waldeck-Frankenberg nehmen die Alte Landesschule Korbach, die Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen und die Uplandschule Willingen teil.

Die Schüler helfen mit, die Namen der von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Menschen in das größte Onlinearchiv über NS-Verfolgte zu bringen. Damit sind die Arolsen Archives das erste historische Archiv in Deutschland, das ein Crowdsourcing-Projekt dieser Dimension durchführt, um seine Dokumente für die Nutzer weltweit zugänglich zu machen. Die Schirmherrschaft hat Ministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus übernommen.

Die Arolsen Archives haben das weltweit umfassendste Archiv über die Opfer des Nationalsozialismus. Seit 2016 werden die Dokumente in einem Onlinearchiv veröffentlicht (https://collections.arolsen-archives.org). Mittlerweile stehen mehr als 13 Millionen Dokumente online, darunter die große Sammlung der Dokumente aus Konzentrationslagern. Viele Millionen Namen sind bereits online recherchierbar. Die Namensuche ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn die Dokumente digitalisiert und mit den Namen erfasst wurden (sogenannte Metadaten erstellt wurden). Diese Daten fehlen aktuell noch für eine große Zahl von Listen, daher können Hunderttausende von Namen, die auf Listen verzeichnet sind, nicht im Onlinearchiv gefunden werden.

Hier setzt das Projekt an: am 27. Januar sollen mit Hilfe der Schüler Namen von Deportationslisten in eine Datenbank eingegeben werden, damit diese zukünftig im Onlinearchiv gefunden werden können. Auch alle Mitarbeiter der Arolsen Archives werden an diesem Tag Namen eingeben, egal, welche Aufgabe sie sonst haben. Das Projekt richtet sich an Schüler der Jahrgangsstufen zehn und elf. Sie geben mit Hilfe einer speziellen Software Namen, Geburtsdaten und die letzte Adresse vor der Deportation ein. Die Daten werden verifiziert und dann in das Onlinearchiv übernommen. Die Jugendlichen leisten so einen aktiven Beitrag dazu, dass Menschen aus vielen verschiedenen Ländern ihre Angehörigen recherchieren können.

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