Jetzt kommt die Testoffensive: Bis zu 400.000 Coronavirus Untersuchungen am Tag

Coronavirus - Testauswertung im Labor
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Coronavirus - Testauswertung im Labor

Forscher in Frankfurt haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die Testkapazitäten zum Nachweis von SARS-CoV-2 ab sofort weltweit um ein Vielfaches erhöht werden können.

Hessen.  Das gemeinsame Team des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes um Prof. Erhard Seifried und des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt um Prof. Sandra Ciesek setzt auf eine neue Möglichkeit, mehrere Abstrichproben gleichzeitig auf das Virus zu untersuchen.

Damit lässt sich die aktuelle Zahl von deutschlandweit rund 40.000 Tests pro Tag auf 200.000 bis 400.000 Untersuchungen steigern – ohne Qualitätsverlust in der Diagnostik.

„Eines der wichtigen Ziele in der Corona-Pandemie ist, die Testkapazitäten zu erhöhen. Nur so können wir infizierte Menschen frühzeitig erkennen und isolieren – zum Schutz anderer“, so Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Die massenhafte Auswertung aber stellt die Labore vor sehr große Herausforderungen. Die Methode der Frankfurter Forscher ist daher eine großartige Entdeckung, die optimistisch stimmt, in Zukunft viel mehr Menschen testen zu lassen – gerade diejenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten, bei den Rettungsdiensten oder in der Nahrungsmittelindustrie.“

Normalerweise werden die bei den Tests genommenen Schleimhautproben aus Rachen oder Nase einzeln auf das Coronavirus getestet. Bei dem neuen Verfahren führen die Forscher mehrere Proben in einer speziellen Lösung zusammen und testen sie mit Hilfe des PCR-Verfahrens, das das Genom von SARS-CoV-2 direkt nachweist. Ist das Gesamtergebnis negativ, kann man sicher davon ausgehen, dass auch alle Einzelproben frei vom Erreger sind: Das Pool-Testen hat keinen Einfluss auf die Nachweisgrenze. Bei einem positiven Gesamtergebnis müssen die Abstriche aber noch einmal alle einzeln geprüft werden.

Die Rechte an der in den USA und in Europa zum Patent angemeldeten Erfindung werden gemeinschaftlich von der Goethe-Universität und dem DRK Blutspendedienst gehalten. Über die Wissenstransfergesellschaft der Goethe-Universität, Innovectis, kann die Technologie umgehend anderen interessierten Einrichtungen zugänglich gemacht werden.

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