Kann Hessen das Coronavirus besiegen? Marburger Mediziner forschen an Impfstoff

An der weltweiten Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus ist in Deutschland das Institut für Virologie der Philipps-Universität Marburg maßgeblich beteiligt.

Marburg - Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn und Sozialminister Kai Klose informierten sich am Freitag, 31. Januar 2020, bei Prof. Dr. Stephan Becker und seinen Kollegen über die Arbeit des Instituts.

Sozialminister Kai Klose: „Dieses Labor ist bundesweit eine wichtige Instanz, um einen Impfstoff zu entwickeln. Deshalb wollen wir uns heute hier vor Ort über die Fortschritte informieren. Wir arbeiten eng sowohl mit dem Labor als auch den Universitätskliniken zusammen. Am Frankfurter Flughafen als wichtigem Verkehrsknotenpunkt wurden ebenso Vorkehrungen getroffen. Sowohl medizinisches Personal als auch die Öffentlichkeit werden ständig aktuell über das Coronavirus informiert.“

Wissenschaftsministerin Angela Dorn: „Wir haben in Marburg ein Kompetenzzentrum, das national wie international eine Ausnahmestellung in der Diagnostik und Erforschung hochinfektiöser Erkrankungen innehat. Bereits in den vergangenen Jahren haben wissenschaftliche Erkenntnisse, die in Hessen gewonnen wurden, dazu beigetragen, in der ganzen Welt Leben zu retten und schlimmes menschliches Leid zu verhindern. Klar ist aber auch: Solche Forschung braucht einen langen Atem; ein Impfstoff entsteht nicht von heute auf morgen.“

Eines der wichtigsten Hochsicherheitslabore in Deutschland

Das BSL 4-Labor des Instituts für Virologie auf den Marburger Lahnbergen ist eines der wenigen Hochsicherheitslabore zur Forschung an gefährlichen Viren in Deutschland. Das Labor wurde im Dezember 2007 nach umfangreichen Sicherheitstests an die Universität übergeben. Die Baukosten von rund 11,5 Millionen Euro wurden von Bund und Land finanziert. Der Wissenschaftsrat hatte ausdrücklich den Bau in Marburg wegen der Leistungen der Marburger Virologie speziell auf dem Gebiet hochpathogener, also besonders gefährlicher Viren befürwortet.

Marburg-Virus ist heute ein Wahrzeichen

Wahrzeichen des BSL 4-Labors ist das fadenförmige Marburg-Virus, das 1967 wie aus dem Nichts auftauchte und ein schweres hämorrhagisches Fieber bei Menschen verursachte, die mit importierten Affen gearbeitet hatten. Dieser Ausbruch markierte für Deutschland den Beginn eines Phänomens, das heute ,,Emerging Viruses" genannt wird und dem auch das Coronavirus zuzurechnen ist. Der Erreger der „Marburger Affenkrankheit“ wurde an der Universität Marburg entdeckt. Das Institut für Virologie war als Mitglied einer Taskforce der Weltgesundheitsorganisation WHO auch maßgeblich an der Identifizierung des SARS-Erregers beteiligt und hat bei sämtlichen Ausbrüchen neuartiger Viren in den vergangenen Jahren wesentlich zur Entwicklung von Impfstoffen beigetragen.

Rubriklistenbild: © Archiv

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ortsdurchfahrt Flechtdorf: halbseitige Sperrung wegen Schadstellenbeseitigung

In der Ortsdurchfahrt Flechtdorf muss die Fahrbahn im Bereich Mühlhäuser Weg vom 2. April bis voraussichtlich 7. April halbseitig gesperrt werden.
Ortsdurchfahrt Flechtdorf: halbseitige Sperrung wegen Schadstellenbeseitigung

Exhibitionist verfolgt Frau im Kurpark in Reinhardshausen

Ein Exhibitionist beschäftigt die Polizei in Bad Wildungen. Im Kurpark von Reinhardshausen belästigte er eine Frau zweimal. Die Polizei bittet um Hinweise.
Exhibitionist verfolgt Frau im Kurpark in Reinhardshausen

Neue Zahl der Coronavirus Infektionen in Hessen

Die Zahl der mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 Infizierten steigt in Hessen trotz der Maßnahmen zur Eindämmung weiter. 18 Tote und 3.301 Infizierte sind es aktuell.
Neue Zahl der Coronavirus Infektionen in Hessen

Schneearm und sturmreich: Einer der drei schlechtesten Winter für die heimischen Skigebiete

Ein wirtschaftlich schlechter Winter, dem im März das Corona-Virus Ende gesetzt hat, hat die Wintersport-Arena Sauerland hinter sich gebracht.
Schneearm und sturmreich: Einer der drei schlechtesten Winter für die heimischen Skigebiete

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.