Karriereende: Schmidt-Robben verlässt die Vipers

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Mit ihr ging es bei den Bad Wildungen Vipers meist nach oben: Das Handball-Team ist u. a. mit Miranda Schmidt-Robben 2011 und 2014 in die 1. Bundesliga aufgestiegen.

Miranda Schmidt-Robben wird am 12. Mai offiziell verabschiedet. Im Interview erzählt sie, was ihre Höhepunkte mit den Bad Wildungen Vipers waren und was nach ihrer Karriere folgt.

Bad Wildungen - Mit Miranda Schmidt-Robben verlässt ein prägendes Gesicht des vergangenen Jahrzehnts die Bad Wildungen Vipers zum Saisonende. Mit ihr feierte der Verein große Erfolge. Was ihre Gründe sind, welche Höhepunkte sie in ihrer Zeit erlebt hat und wie es nach ihrer Karriere weitergeht, erzählt sie im Interview.

Was empfinden Sie, wenn Sie heute an ihr letztes Heimspiel am 16. Mai denken?                                                                                                       Ich könnte gleichzeitig lachen und weinen. Ich werde schon langsam nervös und bekomme auch das berühmt-berüchtigte Kribbeln im Bauch. Das letzte Mal vor eigenem Publikum und zehn Tage später ist auf einmal etwas vorbei, wofür man jahrelang gelebt hat – schon irgendwie seltsam.

Wann haben Sie für sich entschieden, dass nach dieser Saison Ihre Karriere vorbei sein wird und was waren die entscheidenden Gründe?  Ehrlich gesagt war ich schon nach der letzten Saison kurz davor, aufzuhören. Ich hatte aber irgendwie das Gefühl, dass ich noch nicht ganz fertig war mit Handball. Jetzt bin ich mir dagegen sicher und diese Saison wird vermutlich die erfolgreichste der Vereinsgeschichte, da ist es schön, noch mal mitgeholfen zu haben. Es wird jedoch einfach mal Zeit für einen neuen Lebensabschnitt: Familienplanung vorantreiben, beruflich weiterentwickeln und einfach mal Freizeit haben, um zu reisen und das Leben zu genießen. Außerdem bin ich bis jetzt ohne große Verletzungen durch meine Laufbahn gekommen, da will ich das Schicksal nicht noch unnötig herausfordern.

Als dienstälteste Spielerin haben Sie in Ihrer Handballkarriere eine Menge erlebt. Wieso sind Sie den Vipers so lange treu geblieben und gab es in den Jahren nicht auch verlockendere Angebote?                            Neun Jahre beim gleichen Verein zu bleiben ist heutzutage im Spitzensport ja nun nicht mehr gerade an der Tagesordnung. Natürlich gab es zwischendurch immer wieder mal andere Angebote, auch aus dem Ausland und sportlich sowie finanziell manchmal lukrativer, aber von Jahr zu Jahr habe ich mich hier im Waldecker Land einfach immer mehr verwurzelt. Ich war und bin immer noch extrem stolz darauf, dass wir mit unserem kleinen Verein und unseren begrenzten finanziellen Möglichkeiten trotzdem in Deutschlands Spitzenklasse immer wieder für Schlagzeilen sorgen konnten.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt in der Zeit bei den Vipers?          Sportlich gesehen gab es da einige, wie zum Beispiel die ersten beiden Jahre in Bad Wildungen, als ich nebenbei noch holländische Nationalspielerin war. Und natürlich die mitreißenden Siege als krasser Außenseiter damals in Leipzig oder wie im Januar gegen den großen Thüringer HC. Auch die beiden Aufstiege in die 1. Handball Bundesliga Frauen, und hier vor allem der, als gleichzeitig meine Schwester ebenfalls mit ihrem Verein aufstieg, sind nicht zu vergessen. Und jetzt als Krönung: das Olymp Final4 im Mai in Stuttgart!

Sie sind in Waldeck-Frankenberg sesshaft geworden. Was war neben der Familie der ausschlaggebende Grund?                                                Familie ist natürlich der wichtigste Punkt, aber es gibt hier auch viele schöne Ecken in der Umgebung. Im Sommer kann man am See liegen und Wassersport machen und im Winter sogar Ski fahren. Leider fehlt für die jungen Leute ein bisschen die Action, dafür kann man sich über mangelnde Ruhe nun nicht beschweren.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der letzten Jahre bei den Vipers – wo steht das Team in fünf Jahren?                                                             Unsere Entwicklung war genau richtig: nicht zu schnell, aber dafür kontinuierlich. Wirtschaftlich und sportlich geht es Schritt für Schritt nach oben. Ich hoffe nur aus tiefstem Herzen, dass diese Tendenz in der Zukunft bestehen bleibt, da die Rahmenbedingungen in unserem Sport immer schwieriger werden – sei es beispielsweise die Sponsorensuche oder auch einfach nur passende Spielerinnen zu finden. Es hängt vieles davon ab, wer in Zukunft die Fäden im Verein zieht. Wenn die bisherigen Vipers-Verantwortlichen Uwe Gimpel, Simon Hallenberger und Tessa Bremmer mal nicht mehr den Verein führen, weiß ich nicht, ob irgendein Außenstehender jemals in der Lage sein wird, unsere Erfolgsgeschichte als kleiner Dorfverein in der großen Bundesliga fortzuführen.

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